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Vorhang auf für die Kinder

Der Hallöchen-Kinder-mit-mach-Zirkus

Mal ein anderer Geburtstag, den sich Lilis Eltern für ihre siebenjährige Tochter ausgesucht haben: ein Zirkus findet statt – und zwar nicht zum Zuschauen, sondern zum Mitmachen! Henry, der Clown, ist schon bei der Kuchentafel mit dabei und zeigt den Kindern den ersten Zaubertrick. Der ist ganz leicht, für alle zum Nachmachen: „Mund auf, Kuchen rein – und jetzt wegzaubern!“ Damit hat er die Kinder schon für sich gewonnen. Später sitzen sie alle im Kreis und basteln an einer Geschichte, die die Rahmenerzählung für den späteren Auftritt bildet. Danach werden die Rollen festgelegt – und gleich kann es losgehen mit den Grundübungen, die jedes Kind auf seinen kleinen Auftritt vorbereiten. Heinz Kiel und seine Mitarbeiter geben Hilfestellung beim Balllaufen und beim Balancieren, zeigen den zukünftigen Clowns ein paar Tricks und helfen den Kindern spielerisch über Anfangsschwierigkeiten hinweg. Immer näher rückt der Zeitpunkt des Auftritts; jetzt können die Jungen und Mädchen die Kostüme aussuchen, ihre Gesichter werden bemalt. Clown Henry beruhigt und ermuntert, wo es nötig ist. Die Kinder sammeln sich hinter dem Vorhang und die Eltern werden zur Vorstellung gerufen.
Alle Augen sind auf die Manege gerichtet. Es ist wie im echten Zirkus, erwartungsvoll und dem Alltag enthoben. Musik ertönt und im Scheinwerferlicht kündigt der Clown das Programm mit feierlicher Stimme an. Die erste Darstellerin tritt aus dem bunten Vorhang hervor, blickt ins Publikum, verbeugt sich – und der Applaus ist ihr sicher. Melodische Klänge untermalen atmosphärisch die Zirkusvorstellung, von Clown Henry moderiert, von den Kindern gestaltet. Eine halbe Stunde dauert die Aufführung, an der alle Beteiligten sichtlich Spaß haben. Mehr wäre den fünf- bis elfjährigen Kindern nicht zuzumuten, sie haben sich ja bereits schon eineinhalb Stunden zuvor konzentriert der Sache hingegeben. Der Auftritt ist eigentlich nur der krönender Abschluss und die Bestätigung für die Kinder, dass sie in kurzer Zeit Erstaunliches zu leisten vermögen.
Heinz Kiel ist überzeugt von seiner Sache, und der Erfolg gibt ihm Recht. Mit seinem Kinder-mit-mach-Zirkus tritt er in leicht veränderter Form auch immer wieder bei Straßen- und Firmenfesten auf. Hier ist das Publikum zwar von Natur aus fluktuierend, „aber die Kinder sind bald nicht mehr wegzubewegen“, erzählt Kiel alias „Clown Henry“. Mit seiner freundlichen Ansprache, immer ein paar Zaubertricks auf Lager, zieht er die Kinder schnell in den Bann der zunächst exotisch-fremden Zirkuswelt. Mit wachsender Begeisterung lernen sie selbst bei einem kurzen Besuch kleine Kunststücke, auf die sie zu Recht stolz sein können. Und genau das will der kinderfreundliche Clown auch erreichen: Sein Anliegen ist es, Kinder zu fördern und zu begeistern, ihre Lust an Bewegung und Kreativität zu wecken. „Kinder brauchen Spielräume und sollen sich sicher fühlen“, lautet sein Credo, und genau dazu leistet „Henrys hallöchen“ seinen Beitrag.
Die Idee zu dem Kinder-mit-mach-Zirkus hatte Heinz Kiel bereits Mitte der neunziger Jahre in Braunschweig.  Dort beobachtete er bei seiner Betreuungsarbeit im kirchlichen Bereich dass die Kinder für „normale“ Spiele-Angebote immer schwerer erreichbar waren, was er nicht zuletzt einer Übersättigung durch die Medien anlastet. Die Antwort auf die Frage, wie er Kinder neu begeistern und gleichzeitig fördern kann, war der Kinder-mit-mach-Zirkus. Die bunte, spannende Welt des Zirkus war für die Kinder etwas Neues, in der sie ihre Fähigkeiten ausprobieren konnten. Unter verschiedenen Disziplinen wie etwa Seillaufen, Clownschule, Akrobatik oder Jonglieren wählten sie ihr Fach aus und nach zehnmaliger Probe kamen alle zum Auftritt in der Manege zusammen – vor großem Publikum. Der Erfolg war riesig: fanden sich zunächst 35 Kinder für das Projekt, waren es im Folgekurs schon 80, danach 120 Teilnehmer. Auch die Eltern waren begeistert: „Die Konzentrationsfähigkeit der Kinder war gewachsen, denn durch den Zirkus bekamen sie genug Aufmerksamkeit. Und durch die öffentlichen Aufführungen erlangten sie ein Stehvermögen, das sich auch in alltäglichen Situationen auswirkte“, freut sich Heinz Kiel. Auch das Selbstwertgefühl wird durch die Bewältigung der Auftritte enorm gesteigert, weswegen Kiel im Kinder-mit-mach-Zirkus auch gerne mit schwer kranken Kindern arbeiten würde.
Dieses so erfolgreiche Konzept eines Zirkusprojekts für Kinder baut der 53-Jährige nun auch im Raum Darmstadt/Bergstraße auf. Zurzeit laufen in Ober-Ramstadt vier Kurse, in denen Heinz Kiel und seine Tochter Antje eine Clownschule, eine Akrobatikstunde, einen Jonglier- und einen Balancekurs anbieten. Krönender Abschluss wird dann ein einstündiger Zirkusauftritt vor 100 Zuschauern sein. Wer „Henrys hallöchen“ kennen lernen will, kann den Kinder-mit-mach-Zirkus in der ersten Ferienwoche bei den Nieder-Beerbacher Ferienspielen antreffen. Gleich selbst buchen geht natürlich auch. (kro)
Henrys hallöchen, Heinz Kiel, Im Wiesengrund 13, Mühltal-Trautheim. Tel. 06151 3599710. www.henryshalloechen.de

 

 

 

 

     

 

  
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