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Wo Ronnie ihren Geburtstag feiert

Weinhof Reinheim – hochwertige Livemusik, Fußballübertragungen und ein reichhaltiges kulinarisches Angebot im ehemaligen Kuhstall

Manche Konzerte sind einfach etwas Besonderes. Zum Beispiel wenn eine Künstlerin um den halben Globus reist, um ihren Geburtstag in Reinheim zu feiern. Da platzt der Weinhof fast schon aus den Nähten und es rockt gewaltig im ehemaligen Kuhstall. Natürlich kam die Australierin Ronnie Taheny nicht nur in die alte Hofreite, um gutgelaunt zum soundsovielten Mal ihren 21. Geburtstag zu zelebrieren. Sie war sowieso gerade auf Deutschland-Tour – und diese schließt wie in den Vorjahren nun mal ein Gastspiel bei Axel Günther mit ein.
Ihm gehört dieser über 150 Jahre alte Bauernhof im Ortskern von Reinheim. 1984 übernahm er ihn gemeinsam mit einem Freund, inzwischen führt er ihn längst allein. Auch ist der Weinhof keine reine Obstweinkellerei mit Probierstube und Weinhandel mehr - sondern eine urige Location mit ausgesprochen interessantem Musikprogramm. Seit 2004 stehen dort jedes Wochenende Musiker auf der von Sandstein umrahmten Bühne. Diese befindet sich übrigens im ehemaligen Pferdestall, die Gäste halten sich im früheren Kuhstall auf – und wo sich heute der Eingang mit Kassenraum befindet, war in Vorzeit die Milchküche.
Rustikal ist das Ambiente dieses langen schmalen Veranstaltungsraums. Rechts die lange Theke, links ein paar Barhocker an großen Weinfässern, nur vor der Bühne und in einem Nebenraum sind bestuhlte Tische zu finden. Aber die braucht es bei Konzerten im Weinhof auch nicht, da ist es mit dem Stillsitzen eh nicht so weit her. Eine Woche bevor Ronnie Taheny den Weinhof füllte, war dort die Rocklegende „Lake“ zu Gast – und da ging nichts mehr. Die Maximalkapazität von 160 Gästen war ausgereizt, das Publikum stand dicht an dicht und die Luft war zum Schneiden – aber es war für alle eine unvergessliche Party.
Leider sind ausverkaufte Konzerte auch im Weinhof die Ausnahmen. „Wir sterben irgendwann an Schönheit“, erklärt Axel Günther. Seine Intention war und ist, gute Musiker aus der ganzen Welt mit deren eigener Musik nach Reinheim zu holen und damit das Kulturgeschehen dort zu bereichern. Aber: Die Reinheimer verlaufen sich eher selten in den Weinhof, sie fahren lieber anderswo hin, selbst wenn dort das Gleiche geboten wird wie unmittelbar vor der Haustür. Zudem ist auch in der alten Hofreite der allgemeine Trend – lieber eine Kopie des Bekannten konsumieren als etwas Neues zu entdecken – zu verspüren. Coverbands mit nachgespielten Hits stehen beim Publikum höher im Kurs als unbekanntere Musiker mit selbstgemachter Musik. Dem muss auch Axel Günther Rechnung tragen – und so werden in den nächsten Wochen in Reinheim die Hits der Beatles, von Police, AC/DC oder den Toten Hosen zu hören sein, nicht vom Original, aber von den jeweils besten Kopien. Dazwischen gibt es aber immer wieder „Selbstgemachtes“, ob von Mike Brosnan aus Neuseeland oder den Irish-Folk-Rockern aus dem Darmstädter Raum wie „Paddy Goes To Holyhead“ und „An Cat Dubh“.
Ein wichtiges Thema im Weinhof ist auch Fußball, und das nicht nur zur Weltmeisterschaft. Ebenso wie der Wettkampf der Nationalteams werden auch die Bundesligaspiele auf Großleinwand gezeigt.
Auch auf dem kulinarischen Sektor bietet die Musikkneipe Einiges. Der Gast hat die Auswahl zwischen einem guten Dutzend Obstweinen aus eigener Kelterei und weit über hundert Rebensäften verschiedener Anbaugebiete. Ebenso wartet auf den Biertrinker ein reichhaltiges Angebot, darunter auch Guinness vom Fass. Apfelwein wird selbstverständlich ebenfalls ausgeschenkt, zudem einige Cocktails und verschiedene Kaffeespezialitäten. Der Hunger wird bis nachts um 1 Uhr gestillt, mit kleinen deftigen Leckereien aus der Küche, ob Eintopf, Flammkuchen oder Handkäs mit Musik – und das Ganze, ebenso wie die Getränke, zu ausgesprochen moderaten Preisen. In den Sommermonaten, beziehungsweise wenn das entsprechende Wetter ist, finden die Veranstaltungen auch mal im Freien statt, im idyllischen Innenhof des alten Bauernhauses.
Ob wegen der Musik, dem Fußball, Essen und Trinken oder der angenehmen Atmosphäre, es gibt viele gute Gründe, sich den Weinhof einmal näher anzuschauen. Auch wenn, wie unter der Woche, keine Veranstaltung ist, lässt es sich dort sehr gemütlich verweilen. Mit Livemusik natürlich erst recht. Qualitativ hochwertig sind die Konzerte übrigens immer, da hat Axel Günther ein sicheres Händchen – und oftmals sind sie eben auch etwas ganz Besonderes.
Weinhof Reinheim, Reinheim, Ludwigstraße 11 (B38), Tel. 06162 5665, www.weinhof-reinheim.de, geöffnet mittwochs und donnerstags ab 19 Uhr, freitags ab 17 Uhr, samstags ab 16 Uhr.

 


                        

     

 

  
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