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Texas Lightning - Country-Sound mit hohem Spaßfaktor

Der gebürtige Offenbacher Olli Dittrich und seine musikalischen Mitstreiter gastieren in Südhessen

Da hat doch Ende Mai so mancher die Welt nicht mehr verstanden. Nach Jahren der eher peinlichen Auftritte hatte Deutschland einen ebenso charmant-liebenswerten wie hochmusikalischen Vertreter zum europäischen Song Contest nach Athen geschickt. Als Sieger ging dann eine Combo von der Bühne, die mit Heavy-Metal und grauseligen Horrormasken für Aufsehen sorgte. Denn Finnen sei der Sieg gegönnt, aber das Ergebnis sorgte einmal mehr für Kopfschütteln in diesem durch die Staatenblockbildung bei der Punktevergabe eh schon sehr fragwürdigen Wettbewerb. Der deutsche Beitrag landete  im hinteren Mittelfeld, aber das steckte die Nation ebenso gelassen weg wie die Musiker selbst. Die Nation liebt den Song, der längst die Spitze der deutschen Charts gestürmt hat, die Musiker nahmen es olympisch – dabei sein ist eben alles.

Das kann sich „Texas Lightning“ auch leisten, denn schließlich kam diese Formation nicht nur für den Grand Prix zusammen, sondern frönt schon länger und mit außerordentlich viel Spaß dem Country-Rhythmus. Das Repertoire der Combo umfasst zum einen erlesenes Material von echten Country-Helden wie Johnny Cash, Patsy Cline, Bill Monroe oder Tex Williams. Zum anderen zeigt Texas Lightning, dass in jedem wirklich großen Song ein Countryherz schlägt: Klassiker wie „Highway to hell“, „Like a Virgin“, „Kiss“ oder „Dancing Queen“ atmen durch Texas Lightning den typischen Duft von Saloon und Pulverdampf. Die furiosen Fünf veröffentlichten im Herbst 2005 ihren ersten Longplayer und präsentierten sich anschließend deutschlandweit live auf Tour. Ein halbes Jahr später gewinnen die „Texaner“ mit der Eigenkomposition „No No Never“ den Vorentscheid zum Eurovision Song Contest und waren anschließend die erste Countryband in der fünfzigjährigen Geschichte dieses Wettbewerbs, die im Finale antrat.

Bei Texas Lightning ist immer von einer Norddeutschen Band die Rede, was aber nicht so ganz stimmt. Sie leben und arbeiten zwar im Norden, ihre Wurzeln haben sie aber ganz woanders. Die stimmgewaltige rotblonde Frontfrau Jane Comersford ist Australierin. Ihre musikalische Ausbildung in Klavier, Geige und Musiktheorie absolvierte sie am Newcastle und Sydney Konservatorium. Hinzu kam private Ausbildung für Gesang in Hamburg, Wien und Amsterdam, das Spiel der Ukulele erlernte sie autodidaktisch. Seit 1984 ist sie Dozentin an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg (Gesang, Komposition, Texten, Arrangement und Darstellung) und 1998 veröffentlichte sie eine Solo-CD „Somebody Sent Me An Angel“ mit eigenen Songs.

Aus Schwennigen, also mehr aus dem Südwesten der Republik, stammt Bassist Uwe Frenzel. In der Musikschule erlernte er  Klavier und Gitarre, dem folgte der Studium Kontrabass in Stuttgart und ein Kontaktstudiengang Popularmusik in Hamburg. Er spielte in verschiedenen Bands, in freien Theatergruppen und tritt auch als Alleinunterhalter auf. Aus dem Schwarzwald kommt Gitarrist und Banjospieler Markus Schmidt. Auch er absolvierte einen Kontaktstudiengang Popularmusik in Hamburg sowie ein klassisches Gitarrenstudium am dortigen Konservatorium. Zu hören ist er auf Tonträgern von Rio Reiser, Joachim Witt, George Baker Selection und Hot Chocolat.

Sänger und Gitarrist Jon Flemming Olsen ist eigentlich gebürtiger Düsseldorfer. Seine musikalische Ausbildung bezog er aber ebenfalls in Hamburg, angefangen mit der frühkindlichen Musikerziehung an der Musikhochschule, gefolgt von Flöten-, Geigen-, Gitarren- und Gesangsunterricht bis hin zum Kontaktstudiengang Popularmusik. Seit 1978 war er als Gitarrist und/oder Sänger in diversen Bands unterwegs, bevor er bei Texas Lightning ankam.

Auch der fünfte im Bund, der Mann am Schlagzeug, ist eigentlich kein Norddeutscher, sondern ein echter Hessenbub, am 20. November 1956 in Offenbach geboren. Aber seiner Heimatstadt hat Olli Dittrich längst den Rücken zugekehrt, ebenso dem dortigen Fußballverein. Wie sein „Dittsche“, der sich wöchentlich im WDR-Fernsehen recht skurrile Gedanken zu allen möglichen Themen macht, ist Olli bekennender HSV-Fan. Die Musik hat er sich selbst beigebracht und schon in den Siebziger kamen die ersten Platten von ihm heraus. Bekannt wurde er mit den „Doofen“ und durch mit namhaften Preisen ausgezeichnete „Lieder, die die Welt nicht braucht“. In bester Erinnerung sind auch noch seine „Blinddates“ mit Anke Engelke – und aktuell natürlich „Dittsche“ in der muggeligen Hamburger Imbissbude, wo ihm Ingo das perlende Bier ausschenkt. Ingo ist übrigens niemand anderes als Jon Flemming Olsen – und überhaupt sind sie alle eine große Familie. Die Musik macht ihnen Spaß und genau das kommt als eine geballte Ladung guter Laune bei ihren Konzerten rüber. Das ist demnächst auch in Südhessen live zu erleben, denn am 4. September 06 gastieren die furiosen Fünf im Hanauer Amphitheater. (Tickethotline: Tel. 06102 77665)

     

 

  
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