DHTML Menu, (c)2004 Apycom Outback - Das Kulturmagazin
 
...Das Kulturmagazin
 

 

 

         

Schokoladenseiten entdecken und festhalten

Der Eschauer Fotograf Stefan Weis hat sich auf Aktfotografie und das schwarz-weiße Spiel mit Licht und Schatten spezialisiert

Es begann mit ein paar Pressefotos, die Stefan Weis, Jahrgang 1966, im Auftrag einer Freundin machte. Aus einem Pressefoto wurden viele und der Gärtner und Hobbyfotograf entschloss sich zu einer Umschulung an der Lazi-Akademie in Esslingen am Neckar. Hier lernte er von 1992 bis 1994 alles über Produkt- und Werbefotografie. „Ich hatte diese Richtung eingeschlagen, weil ich mich im Studio vor den Menschen verstecken wollte. Hochzeits- oder Portraitfotografie kam für mich nie in Frage.“ Während er bei einer Redaktion in Stuttgart und in einem Fotostudio im Schwarzwald erste Berufserfahrungen sammelte, sprach ihn ein junges Paar darauf an, einmal für Aktfotos Model stehen zu wollen. Dies war das erste Aktfoto-Shooting für Stefan Weis und sollte nicht das letzte sein. Die Fotos gefielen dem jungen Paar so gut, das durch Empfehlungen bald neue Aufträge folgten. „Heute bin ich begeistert von der Arbeit mit Menschen und die Herausforderung, gerade bei dem schwierigen Thema Aktfotografie das Beste aus einem Menschen herauszuholen, seine Schokoladenseite zu finden und zu erkennen, was der Kunde wünscht und welche Bilder seinem Typ entsprechen, reizt mich jedes Mal wieder von neuem.“
Mittlerweile hat Stefan Weis ein eigenes Atelier in seiner alten Heimat, dem kleinen Spessart-Ort Eschau. Hier arbeitet der Vater eines kleinen Sohnes zum einen als Webdesigner, zum anderen als Fotograf in den Bereichen Architektur, Lifestyle, Werbung, Produkte, Industrie und Reportage. Im Bereich Aktfotografie werden neben Fotoshootings für Privatpersonen manchmal auch Workshops mit Models veranstaltet. Auch können Hobbyfotografen beim angeleiteten Fotografieren ihren Partner im Studio vor die Kamera locken.
Die provinzielle Lage im Spessart scheint auf den ersten Blick für das Thema Aktfotografie ungeeignet. In der Praxis hat sich aber gezeigt, dass viele Kunden übers Internet zu Stefan Weis finden. Die unbekannte örtliche Umgebung kommt Leuten zu Gute, die sich nicht trauen, für Aktfotos zu einem Portraitfotografen in der eigenen Kleinstadt zu gehen und lieber die Anonymität der Fremde beanspruchen. Lange Anreisen von Kunden aus dem Schwarzwald, der Eifel, Nordhessen, dem Rhein-Main-Gebiet oder dem tiefen Süden Bayerns sind keine Seltenheit.
Natürlich sind die meisten Kunden zu Anfang sehr nervös. Niemand steht gerne nackt da. Nach ersten Gesprächen und Erklärungen an Hand von Bildbeispielen verfliegt ein Teil der Nervosität, und da man bei der heute eingesetzten digitalen Fotografie schnell erste Bilder sehen kann, ist der Aha-Effekt gleich zu Anfang groß und lässt die letzten Reste von Skepsis verfliegen. Nach zwei Stunden Fotosession sind Model und Fotograf erschöpft, wofür sich die Ergebnisse jedoch sehen lassen können. Kommentare wie „Bin das wirklich ich?“ oder „Ich hätte nie geglaubt, dass man mit mir so gute Fotos machen kann“ hört Stefan Weis immer wieder von zufriedenen Kunden. Oft sind es so viele gute Fotos, dass die Auswahl - beispielsweise für einen Kalender oder ein Fotobuch als Geschenk – sehr schwer fällt.
Akt heißt nicht unweigerlich völlig nackt. Ein gutes Aktfoto kann auch von der reinen Andeutung leben und die Nacktheit der Phantasie des Betrachters überlassen. So gesehen ist Aktfotografie das Gegenteil von Produktfotografie: Während bei letzterem das Objekt bis in den kleinsten Winkel ausgeleuchtet wird, beruht die Wirkung eines Aktfotos oft auf einem höheren Anteil dunkler Schatten gegenüber dezent eingesetztem Licht. „Ich verwende ungern den Begriff Erotik in der Fotografie. Der gehört meiner Meinung nach zu Bildern im Playboy oder einer Blitz-Illu und zielt in erster Linie auf die leicht durchschaubare Befriedigung von Männerphantasien. Anspruchsvolle Aktfotografie hat damit wenig zu tun.“
Da die meisten Kunden keine perfekten Hungerhaken-Models sind, kommt es oft zum Einsatz von Accessoires wie Tüchern, weiten Blusen, geschickt gewählter Wäsche und so weiter. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt und Ideen dürfen gerne zur gemeinsamen Umsetzung mitgebracht werden. Jede und jeder, der mit seinem Körper zufrieden ist, kann sich professionell fotografieren lassen.
Nach dem Shooting geht der Kunde zufrieden nach Hause, aber für Stefan Weis ist die Arbeit noch nicht beendet. Aus der Vielzahl der „Rohdaten“ müssen die besten 30 bis 60 Aufnahmen ausgesucht werden. Die werden dann bearbeitet und meistens in Schwarzweiss angelegt. Um ein digitales Foto in ein gutes Schwarzweiss-Foto zu verwandelt bedarf es einigem Fachwissen, das sich Stefan Weis während der Zeit der analogen Fotografie im eigenen Fotolabor aneignete. Es genügt zum Beispiel nicht, einem digitalen Foto einfach nur die Farbe zu entziehen.
Zur digitalen Bildbearbeitung gehören auch das Retuschieren kleiner Schönheitsfehler und die Optimierung von Bildhintergrund oder –ausschnitt. „Die beste Bildbearbeitung ist die, die man nicht sieht“ sagt Stefan Weis, „und man darf niemandem zu viel versprechen. Aus einer Barbara Schöneberger kann ich nicht Twiggy machen, warum auch? Jeder mit sich zufriedene Mensch hat seinen eigenen Reiz!“
Und Zufriedenheit macht glücklich. „Ich freue mich, wenn ein Kunde das Atelier zufrieden verlässt und ich spüre kann, dass ich jemandem was Gutes getan habe. Das füttert die Motivation, in diesem Bereich weiter zu machen!“ So gehen nicht nur Kunden zufrieden nach Hause.
Viele sind nach dem Shooting trotz Erschöpfung froh, es gewagt zu haben, sich so fotografieren zu lassen. Gelungene Aktfotos sind Balsam für das Selbstbewusstsein, ein wertvolles Andenken für spätere Jahre und ein schönes Geschenk, zum Beispiel zu Weihnachten, für den Partner oder die Partnerin.

Weitere Informationen online unter www.sw-akt.de und www.mein-fotostudio.de, Termine nach Vereinbarung unter Telefon 09374 979173 oder per Mail: foto@sw-akt.de. Festen Öffnungszeiten gibt es nicht, Termine können auch für abends oder an Wochenenden vereinbart werden.

     

 

  
  <<< zurück zur Übersicht          

 

 

nach oben