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Eröffnung der Bundesligasaison auf Kreisklassenniveau

         


Von einer grandiosen Eröffnungsfeier erzählte der HR in seinen Nachrichten – 10.000 Eintracht-Fans stimmten sich auf die Bundesligasaison ein. Grandios? Es war nett, allerhand los auf dem staubigen Acker neben dem Trainingsplatz hinter der Haupttribüne. Der Fan-Shop hatte geöffnet und zwei Fan-Mobile standen bereit – mit langen Schlangen davor. Nicht minder reichhaltig das kulinarische Angebot - drei Tränken und zwei Grillbuden. Auch hier war Schlangestehen angesagt. Aber erst, wenn man Bargeld in ein Plastikkärtchen umgetauscht hat, denn gegen Cash gab es nichts, zumindest nichts Ess- oder Trinkbares. Zehn Euro war das Minimum, dafür gab es ein Kärtchen mit dem entsprechenden Betrag, abzüglich zwei Euro Pfand versteht sich. Die galt es abzutrinken und vor allem rechtzeitig wieder aufzuladen – sonst musste man halt zweimal anstehen. „Neumodische Ferz!“ meinte die Brezelfrau – und Recht hat sie. Das neue Kartensystem führte zu einigen Unstimmigkeiten und Diskussionen, zum Teil sogar unter Beteiligung der Polizei. Nervig und gewöhnungsbedüftig, das System, aber es gab keine Alternative.

Hauptbeschäftigung des Tages war sowieso Schlangestehen, wie in besten Zeiten der DDR: Anstehen zur Stadionbesichtigung – die Fans durften nur in kleinen, überschaubaren Gruppen in den Fußballtempel. Auch von den Autogrammjägern war reichlich Geduld gefordert, was nicht immer von Erfolg gekrönt war.

Zur Verlustierung gab es zahlreiche Spiele und Spielchen auf dem Platz. Das absolute Highlight: Eine Art Affenkäfig, in dem Fanclubs auf hohem staubigem Sand nach skurrilen Regeln etwas Ähnliches wie Fußball spielten. Auf dem Rasen des Trainingsplatzes wäre es für alle Beteiligten schöner gewesen, aber da durften die Fans nicht drauf. Ähnliches galt auch für die Toiletten im Fußballtempel – nicht für die Fans! Für die gab es ein Dutzend unappetitliche Dixieklos.

Aber es war auch Erfreuliches zu erleben. Wenn man zum Beispiel zufällig und ganz ohne Wartezeit in die letzte Stadionführung gerät und durch Ausprobieren der teuren Plätze den Obersecurity in Hysterie und Panik versetzt – man hätte ja eine Bombe deponieren können. Die teuren Plätze war ebenso wenig wie die VIP-Loungen zur Besichtigung vorgesehen, dafür aber die Mannschaftstoiletten, -badewannen und –duschen. Ganz toll! Besichtigt werden durften auch der Mannschaftsbus, Charly Körbels Fußballschule, das Internet-Team und Maskottchen Attila, der sich mausernde Steinadler. Und natürlich die Mannschaft selbst.

Eine grandiose Eröffnungsfeier? Nicht wirklich! Grandios war nur eines: Der Schuss aus dem Affenkäfig, bei dem der Ball ein unglaubliche Flugbahn einnahm und mit lautem Geschepper in der Grillbude landete. Ansonsten zeigten sich das Fest eher auf Kreisklassenniveau, mit einer Organisation, die völlig überfordert war von den 10.000 Besucher, die keinesfalls überraschend kamen, sondern in dieser hohen Zahl erwartet wurden.

   

 

  
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