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Paddy goes back to the Paddys

Es wächst wieder zusammen, was zusammen gehört: Ab April ist Paddy Schmidt wieder Frontmann bei „Paddy Goes To Holyhead“

Die Fangemeinde jubelt: Paddy geht zurück zu den Paddys! Ende Oktober ließ Paddy Schmidt das gut gehütete Geheimnis raus: Ab April 2005 ist er wieder Frontmann von „Paddy Goes To Holyhead“, der erfolgreichsten deutschen Irish Folk-Formation – es wächst wieder zusammen was einfach zusammen gehört.
1988 gründete Harald Kligge, wie der gebürtige Detmolder mit bürgerlichem Namen heißt, „Paddy Goes To Holyhead“ - gemeinsam mit Andreas Reich (später „An Cat Dubh“) und Mathias Kohlmann (später „Wild Silk“). Anfangs ging es noch mehr oder weniger „unplugged“ durch die Pubs, aber die Säle wurden schnell größer. Auch die Band veränderte sich, musikalisch wurde sie rockiger, personell stiegen Mitglieder aus, neue kamen hinzu – nur Harald blieb als Frontmann und Seele des Ganzen ein beständiger Faktor.
Mit „Bound Around“ und “Johnny Went To War” kam 1994 der erste Chart-Einstieg, ein Jahr später regelmäßige Radio- und TV-Präsenz – und sämtliche folgenden Alben platzierten sich in den Charts von Media-Control. Damals ein Phänomen, denn eigentlich gilt Folk-Rock als radio- und formatuntaugliche Spartenmusik. Mit zahlreichen internationalen Größen standen die südhessischen Iren gemeinsam auf den großen Bühnen: Rory Gallagher, Leningrad Cowboys, Beach Boys, Klaus Lage, Ina Deter, BAP, PUR, Jethro Tull, Deep Purple, Hooters, Runrig, Dubliner – um nur einige zu nennen. „Paddy Goes To Holyhead“ entwickelte sich von der Band zur Firma und bei allem Erfolg: Der Frontmann vermisste etwas. Es war der Kontakt zum Publikum, die Nähe, die Kommunikation.
Die Schlussfolgerung: Paddy goes Solo! Back to the roots, zurück in die Pubs, mit Gitarre und selbstgebauten Mundharmonikas und den irischen Songs. Das machte wieder Spaß und ließ ihm genug Platz für Entertainment, das für ihn einfach dazu gehört. Wahre Geschichten und Seemannsgarn erzählt er zwischen seinen Liedern und zeigt seine komische Seite, wenn er beispielsweise „Dirty Old Town“ im Stil von Status Quo, Deep Purple, Buddy Holly, Louis Armstrong oder Paul McCartney interpretiert. In der Enge der Pubs findet er auch die Nähe zum Publikum wieder, kann auf spontane Zurufe und Musikwünsche reagieren und mit den Fans bei einem Glas gutem Whisky (dafür ist er fast immer zu begeistern!) über Musik, Irland und die Welt diskutieren. Damit hat Paddy nicht nur die deutschen Folk-Fans Erfolg, auch in Irland und Schottland ist er in Pubs und auf Festivals gern gesehener Gast.
Anfangs ging das noch zweigleisig, aber Terminprobleme stellten ihn vor die Wahl: Entweder Solo oder „Paddy Goes To Holyhead“. Er entschied sich für das, was definitiv mehr Spaß machte und verließ 2001 nach 13 Jahren die von ihm gegründete Band. Zwei Solo-Alben legte er inzwischen auf, ein drittes ist in Planung – und sein Terminkalender ist gut gefüllt. So ganz alleine hielt er es aber doch nicht lange aus, aus befreundeten Musikern und musikalischen Gästen formierte er „Paddy Schmidt & Band“. So bekamen die Fans endlich mal wieder die traurige Geschichte der „Titanic“ im gewohnten Sound zu hören.
Diese Zweigleisigkeit unter Haralds Regie funktioniert übrigens hervorragend und für ihn ist dieser Wechsel von großen zu kleinen Bühnen der ideale Ausgleich. Inzwischen heißt er offiziell Paddy Schmidt, steht so als Künstlername im Pass. Sein bürgerlicher Name lautet wieder Harald Kligge, nachdem er durch Heirat vorübergehend Harald Schmidt hieß. Die 40 hat der Musiker nun auch schon überschritten und ist stolzer Vaters einer Tochter und eines kleinen Sohnes.
Auch „Paddy Goes To Holyhead“ verschwand nicht in der Versenkung, aber das neue Klangbild irritierte die Fans. Sie vermissten die markante Reibeisenstimme des ehemaligen Frontmannes und bei aller musikalischen Perfektion der Nachfolger auch Paddys irische Seele. Kritiker witzelten damals über die Gemeinsamkeit von „Paddy Goes To Holyhead“ mit der „Late Night Show“: Beiden fehlt Harald Schmidt. Die Paddys sind nun allerdings schon einen Schritt weiter – ab April 2005 ist dieses Defizit Vergangenheit. Mit dem neuen alten Frontmann wechselt auch Keyboarder Jo Naumann (Akkordeon, Keyboards, Gesang) zurück zu den Paddys und mit Kalle Spriestersbach sitzt nach wie vor ein aus der guten alten Zeit bekanntes Gesicht am Schlagzeug.
Das bedeutet jedoch auch das Ende für „Paddy Schmidt & Band“. Das definitive Abschiedskonzert ist am 23. Dezember in „Halle 2“ in Hanau – in Nachfolge der legendären Paddy-Weihnachtskonzerte in der Schweinehalle. Solo macht Paddy Schmidt allerdings weiter, auch nach der Reunion. Im Dezember ist er in den Frankfurter Pubs „The Fox& Fiddle“ (7.) und „An Sibin“ (16.) sowie im „Alten Backhaus“ in Büttelborn-Worfelden (30.) zu erleben. Und gleich am 2. Januar steht er in Reichelsheim im Odenwald, im „Highlander“ auf der Bühne.
Der aktuelle Tour-Plan sowie sämtliche Infos und News sind auf Haralds wunderbarer Internet-Seite (die bastelt er ganz nebenbei auch noch selbst!) www.paddy.de zu finden


     

 

  
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