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Motorradmuseum in Michelstadt – ein Stück motorisierte Zeitgeschichte

Die Motorradsaison neigt sich zwar dem Ende zu, aber im Motorradmuseum in Michelstadt haben die Zweiräder das ganze Jahr über Saison. Schließlich stehen sie ja im Trockenen und Warmen, auf zwei Etagen einer ehemaligen Kammfabrik.
Sie gehören, ebenso wie das Museum selbst, Hans-Jürgen Künzel. Seit 1971 sammelt er die Oldies auf zwei Rädern und seit 1991 betreibt er das Museum. Über 150 dieser guten Stücke trug er bereits zusammen und alles, was komplett im Museum steht, fährt auch. Jedes Stück, das oft als ein rostiger Haufen zu Künzel kommt, wird fachgerecht restauriert und ein paar hundert Kilometer gefahren, bevor es sich als Ausstellungsstück bei den anderen einreiht.
Das älteste motorisierte Exponat ist eine MFZ von 1922, der Oldie unter den unmotorisierten: Ein Fahrrad von 1888. Dem fehlt die Bereifung, aber irgendwo gibt es sie noch, diese Vollgummireifen und Hans-Jürgen Künzel ist ihnen schon auf der Spur.
Ob die schwarzen BMWs oder die ferrari-roten Motoguzzis – sämtliche gängige Marken sind vertreten, Motorräder der 20er und 30er Jahre, überwiegend jedoch Fahrzeuge der Wirtschaftswunderzeit. Das Museum zeigt somit ein Stück Zeitgeschichte in Sachen  Wiedermotorisierung nach dem Krieg.
Aber nicht nur Mopeds sind in diesem zeitgeschichtlichen Sammelsurium zu finden. Alte Zapfsäulen stehen herum, einzelne Motorblöcke und Teile, an den Wänden hängen nostalgische Blech-Werbeschilder, Kindermopeds aus den Siebzigern sind zu finden, sogar ein alter Küchenofen nebst Küchenutensilien aus längst vergangener Zeit. Inmitten der Zweiräder steht auch ein Auto, eine BMW-Isetta. Das gute Stück wird von einem Motorradmotor angetrieben, also passt es schon, wie alles, was Hans-Jürgen Künzel in den vielen Jahren zusammen getragen hat.
Absolut in das Ambiente passend auch der gemütlichen Raum, der mit Möbeln aus der Nierentischzeit ausgestattet ist. Der steht für Benzingebabbel zu Verfügung, wenn Erfahrungen mit alten Maschinen und gute Tipps zur Restauration eines alten Motorrades ausgetauscht werden. Zu solch einem Fachgespräch ist der Museumsbetreiber – inzwischen im Ruhestand – immer gerne bereit und weiß auch einige zu erzählen.
Was im Motorradmuseum nicht erlaubt ist, bekundet ein Schild: „Oldtimer sind wie schöne Frauen, man darf sie bewundern, aber nicht berühren“. Wer aber eines die guten alten Stücke unbedingt mal streicheln muss, stößt bei dem motorradbegeisterten Museumsbesitzer sicherlich auf Verständnis.
Motorradmuseum Hans-Jürgen Künzel, Walther-Rathenau-Allee 17, Michelstadt, Tel. 06061 73707, geöffnet im Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr, ab November bis 1. Mai Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr, außerhalb dieser Zeiten nach telefonischer Vereinbarung mit Hans-Jürgen Künzel.

 

 

     

 

 

 

  
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