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Die besten Kabarett-Newcomer im Dreierpack

Mathias Tretter, Claus von Wagner und Philipp Weber als Erstes Deutsches Zwangsensemble - unkonventionell, quergescheit, treffsicher, frech, aktuell und schreiend komisch

Jeder einzelne für sich ist eine kabarettistische Offenbarung, als Trio sind einfach unschlagbar. Alle drei zählen zum viel versprechenden Nachwuchs der deutschen Kabarettszene und jeder einzelne von ihnen überzeugte bereits mit starken Soloprogrammen. Die Rede ist von dem Philipp Weber, Claus von Wagner und Matthias Tretter – zusammen das „Erste Deutsche Zwangsensemble“. Mit diesen Dreien hat der Kampf um das junge Kabarett begonnen, denn sie schlossen sich zu einer Kabarett Task Force zusammen. Sie haben die Nachwuchsdampfplauderer auf deutschen Bühnen satt und nehmen ihnen die Spielzeiten weg. Sie machen Hardcore-Kabarett. Sie sind Mach3!
Eine junge Generation, der unterstellt wird, sie sei politikverdrossen und desinteressiert, befindet sich auf der Suche nach der eigenen Identität. Und Mach3! ist mittendrin - im Kampf um Weltpolitik, Kultur, eigene Biographie oder Zwischenmenschliches. Zynisch in ihrem Blick auf die Welt, kompromisslos in der Wahl ihrer Mittel und einsam im Kampf um das Wahre.
Drei junge, mehrfach preisgekrönte Kabarettisten, üblicherweise solo unterwegs, starten durch. Drei Programme - komprimiert und neu kombiniert. Hier wird analysiert, kritisiert und immer wieder neu definiert: „Zu uns kommen Menschen, um sich sagen zu lassen, wie die Wirklichkeit sein sollte - minus dem, wie sie wirklich ist und über die Differenz, da lachen sie dann...manchmal.“
Ob politisch oder sozial, auf den Punkt oder genial daneben, Mathias Tretter, Claus von Wagner und Philipp Weber verbinden als Erstes deutsches Zwangsensemble ihre Stärken, streifen brisante Themen und zeichnen Bilder einer Generation aus verschiedenen Blickwinkeln - unkonventionell, quergescheit, treffsicher, frech, aktuell und schreiend komisch.

Mathias Tretter wurde 1972 in Würzburg geboren. Nach dem Abitur studierte er Anglistik und Germanistik in Würzburg, Edinburgh und Heidelberg. In der Pflegebrigade des Arbeiter-Samariter-Bundes (15 Monate Ersatzdienst) entstanden erste kabarettistische Texte. Während des Studiums folgten erste Auftritte bei der Würzburger Comedy-Lounge im Theater Chambinzky. Zwischendurch gab er an der Dolmetscherschule in Würzburg Abendkurse, war Mitherausgeber des Literaturmagazins „Fisch“ und arbeitete als freier Literaturkritiker unter anderem für die SonntagsZeitung, Zürich und das Literaturmagazin Titel, Karlsruhe. In der Würzburger Kneipe „standard“ war er Veranstalter und Moderator von Poetry-Slams und Hörspiel-Abenden.
Nach seinem abgeschlossenen Germanistik Studium widmet sich der junge Spitzenspötter nun ganz dem Kabarett. 2003 stellte Mathias Tretter sein Debütprogramm „Die Brille zur Macht“ vor, mit „Deutschland. Ein Gummibärchen“ und dem kabarettistischen Rückblick „Nachgetrettert!“ gehen somit schon drei starke Programme auf sein Konto.

Claus von Wagner, M.A. ist Jahrgang 1977. Ein Münchner Spätherbst - leichte Pfeffernote, etwas Holz. Seit 1998 macht er Solokabarett. Der Grund hierfür liegt vielleicht in seiner Herkunft: Aufgewachsen (worden) ist er in einem kleinen oberbayerischen Dorf namens Miesbach. Heimat wäre dafür der falsche Ausdruck. Für einen norddeutschen Bayern (Geburtsort: München, Krankenhaus Harlaching; Eltern: Preußen) ist Heimat nur ein sehr diffuses Gefühl, Integration etwas, was anderen passiert und Kindheit bereits Erwachsenwerden.
„Doch nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt - ist ein Mensch.“ Deshalb flüchtete er nach Erreichen der Hochschulreife in Miesbach zum Studium zurück nach München: Kommunikationswissenschaft, Neuere Neueste Geschichte, Medienrecht. Nach nur fünf Jahren, einer Magisterarbeit zum Thema „Politisches Kabarett im deutschen Fernsehen. Zwischen Gesellschaftskritik und Eigenwerbung. Eine Expertenbefragung“ und ein paar gewagten Prüfungen blieb ihm die Erkenntnis: Die Abschluss-Urkunde ist nicht mal ansatzweise fälschungssicher. Aber hinterher ist man immer schlauer. Das Studium ist beendet. Jetzt tritt er auf und heimste schon einige Preise ein, zum Beispiel den Pubikumspreis „Gautinger Helene“ 2006, das „Fohlen von Niedersachsen“ 2005, den Obernburger Mühlstein 2004 oder zwei St. Ingberter Pfannen 2002, von Jury und Publikum.
Cluas von Wagner hat übrigens auch mal eine lange Zeit als freier Journalist und Autor für die Süddeutsche Zeitung und Antenne Bayern gearbeitet und kann deshalb Kritiker gut verstehen - meistens jedenfalls...Aber meistens bejubeln sie ihn sowieso.

Philipp Weber kam 1974 in Miltenberg auf die Welt und erfuhr erste Reifeprozesse im ländlichen Amorbach. 1980 begann die schulische Karriere, wobei er wegen seiner kritischen Infragestellung der Grundrechenarten immer wieder aneckte. Ansonsten verbrachte der junge Weber verbringt seine früheste Jugend in Harmonie, Geborgenheit und unerträglicher Langeweile – und flüchtet sich in die Schriftstellerei. Ein Sammelband mit Muttertagsgedichten erschien unter dem Titel „In den Klauen des Ödipus“, auch eine frühe Prosa, der Essay „Kindheit zwischen Kastrationsangst und Penisneid - ein Fünfjähriger packt aus!“ fand weithin Beachtung.
1994 erfolgten die Verleihung der Hochschulreife, im allgemeinen und besonderen, und zwei Jahre später die Immatrikulation an der Uni Tübingen mit Studium der Fächer Deutsch, Geschichte, Psychologie, Medizin, Biologie und Chemie. Schließlich gab Philipp dem Drängen seines Studienberaters nach und beschränkt sich auf Biologie und Chemie. Als besondere Auszeichnung verleiht ihm das Land Baden-Württemberg im Herbst 2003 schließlich das Staatsexamen in diesen beiden Fächern.
Nach zahlreichen Erfolgen bei diversen Poetry-Wettbewerben in Tübingen debütiert Weber 1999 mit seinem Programm „Das Hölderlin-Syndrom“. Von diesem Erfolg ermutigt, stellt er im Januar 2001 sein neues Programm „Herzattacken“ vor, mit dem es ihm gelang, das Passauer Scharfrichterbeil 2002, den Obernburger Mühlstein 2003 und den Kleinkunstpreis Baden-Württemberg 2004 zu erobern.

Im Feld – das neue Solo-Programm von Claus von Wagner

Achtundzwanzig Jahre alt und nichts für die Unsterblichkeit getan! Damit ist jetzt Schluss. Das neue Kabarett-Programm des jungen Münchner Kabarettisten „Im Feld“ sorgte schon im Vorfeld seiner Aufführung für Wirbel. Gut zehn Monate Zeit nahm sich Claus von Wagner allein für den ersten Satz; dann erst ließ er die Katze aus dem Sack.
Im Feld  basiert auf einer wahren Begebenheit. Es spielt in Deutschland, in einer Zeit, in der die Gesellschaft fordert: Sei mobil, flexibel und eigenverantwortlich. Was gut klingt – wäre es nicht auch die perfekte Beschreibung eines Obdachlosen. Im Feld handelt von einem jungen Mann, der bisher mit den Wölfen geheult hat: Führerschein, Studium, Beruf, Freundin, iPod. In dieser Reihenfolge. Der Weg war klar. Die Gegenwart hinderte ihn nur an der Zukunft. Nun hat ihn das Jetzt eingeholt. Er steht vor der größten Entscheidung seines Lebens. Eigentlich bräuchte er Ruhe zum Nachdenken, doch die will ihm niemand gewähren. Unaufhörlich tickt die Uhr. Verfolgt von städtischen Beamten, der Polizei, den Reportern eines regionalen Hörfunksenders und seinen eigenen Dämonen wird aus einem gedankenverlorenen Experiment ein Ausflug ins pralle Leben. Ein teuflischer Balanceakt über den Furchen des deutschen Ackers. Sich seiner Selbst zu stellen, ist schon schwer genug – was aber, wenn man dabei einfach nicht allein gelassen wird?
Im Feld stellt sich den Tatsachen: Die Zeit der Entscheidung ist gekommen. Wir alle müssen einmal Abschied nehmen von der heilen Welt. Auch wenn es weh tut und niemand unsere Wunden mehr mit Jod einreibt. Im Feld ist ein Programm über Freundschaft, verlorene Jugend und Liebe. 90- minütiges satirisches Echtzeit-Theater – über das Leben im Eigentlich. Mitreißendes Ein-Mann- Kabarett zwischen warmherzig und böse, zwischen tragisch und komisch, zwischen Vernunft und Verstand.

 

     

 

  
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