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Die Kraft der Kreativität

Sylvia Violetta Weller arbeitet mit „Klangbildern“ und ebnet mit ihren Kursen Menschen den Weg zu deren Kreativität

Ruhig spricht sie. Fast bedächtig. Immer überlegt. Sylvia Violetta Weller wirkt sehr bewusst. Die 1948 geborene Darmstädter Künstlerin mit heutigem Wohnsitz in Ernsthofen kam durch einen Zufall zu ihrer Passion, der Malerei. „Mit vier Jahren bekam ich einen Wasserfarbkasten. Die Farbe Gold darin fand ich am faszinierendsten. Vor allem, wenn die Sonne darauf schien.“ Zeichnen wurde zunächst ein fester Lebensteil von ihr, auch als sie mit ihrem damaligen Ehemann zur Unternehmerin wurde. Die Ehe ist Vergangenheit. Weller ließ sich unter anderem zur Aquarellmalerin ausbilden. Irgendwann dann die Erkenntnis „von der ich damals wirklich dachte, ich hätte sie entdeckt“: Farben finden ihre Entsprechungen in Tönen. „Rot ist der ton ‚fis’, die Farbe Grün das ’c’“. Weller hatte freilich nichts Neues, lediglich ihr bis Unbekanntes entdeckt. Techniker bewiesen das Prinzip da längst per Oszillographen. Zusammen mit dem Musiker Holger Mantei setzte sie das in ein Projekt aus Malerei und Musik um. So entstanden zwölf Bilder, die Mantei jeweils mit einem eigens komponierten Klavierstück vertonte. „Klangbilder“ heißt das Projekt. Drucke der Bilder und die CD sind käuflich.   
Weller lebt mit Gerhard Kotzor-Mathes (54) zusammen. Der geborene Waiblinger ist Mathematiker, arbeitet als Softwareentwickler und als Schriftsteller. „Schreiben ist ein purer Akt. Eine Spiegelung.“ Der erste Teil einer literarischen Trilogie ist bereits fertig. Mit ihr will Kotzor-Mathes die Entwicklungsgeschichte eines Menschen mit manischer Depression und gestörten Erinnerungen beschrieben. Ein zweites Buch, ein Roman, ist gerade in Arbeit. „Ein Kriminalroman. Aber nicht nur“, sagt der Autor. Weller springt erläuternd bei. „Phantasieren und philosophieren über das Leben, den Tod, die Liebe“, beschreibt sie den Ansatz. Mit 50 Jahren kam Kotzor-Mathes zum Schreiben, sieht darin einen Gegenpol zu seinem Hauptberuf als Softwarefachmann, „einem überaus technisierten, geradlinigen und nüchternen Beruf“, wie er sagt.
Weller und Kotzor-Mathes treffen sich auch künstlerisch. Gemeinsam veranstalten sie die Events der „Bilderwirkstatt“. Mit der bietet Weller ihre eigene Malerei an, präsentiert auch ihre „Klangbilder“. Außerdem gibt sie Seminare und Malunterricht zu Aquarell- und Acrylmalerei und Zeichenkurse. Die „Bilderwirkstatt“, das sind auch Veranstaltungen, wie Malerlebnisse mit der ganzen Familie, Lesungen und von Weller so genannte „kreative Tage“, „die sich auch prima als Geschenk eignen.“ Die sollen den Teilnehmer dabei helfen, ihre Kreativität zu entdecken und Zutrauen zu ihr zu fassen. „Über die Kreativität kriegt man die Gefühle von Menschen frei“, sagt Weller. Die „Kreativen Tage“ werden umrahmt von miteinander essen, trinken und kommunizieren.
Überhaupt, die Kreativität: Weller schwärmt von Erlebnissen mit Menschen, die noch nie künstlerisch tätig waren, urplötzlich entdecken, dass kreativ sein nicht nur Spaß macht, sondern „ es ein Blick in sich selbst sein kann, wenn man kreativ ist.“ Gehe die Tür zur eigenen Kreativität auf, „dann ist plötzlich alles möglich mit und in einem Menschen“, sagt Weller.
Wellers Klangbilderprojekt nennt sie „Synismus“. „Das steht für Symbiose, Synergie, aber auch für Sylvia.“  Werke von Sylvia Violetta Weller hängen im Griesheimer Restaurant „Caruso“, im Darmstädter „Jagdhofkeller“, im Darmstädter Restaurant „Casa Algarve“ und in der Galerie „Ingelheimer Garten“.
Gerhard Kotzor-Mathes Faszination für das Schreiben liegt in seiner Kindheit und Jugend. Tagebücher habe er geschrieben, sagt er, „und Kurzgeschichten.“ Der Traum vom Schreiben hat ihn seitdem nie wieder verlassen. „Sich in Situationen hineinfinden und sie beschreiben, das ist das Spannende, das ungeheuer Aufregende dabei.“
Sylvia Violetta Weller und Gerhard Kotzor-Mathes gemeinsam zu erleben, zeigt ein sorgsam miteinander umgehendes Paar, beide vermitteln viel Bedächtigkeit. Mitunter auch eine nach außen sehr präsente Einkehr in sich selbst. Entsprechend ruhig geht es zu, wenn in dem großen Atelier Wellers in einer Seitenstraße Ernsthofens gerade keine Mal- oder Zeichenschüler zu Gast sind. Nur bei einer Sache klafft dann doch ein erheblicher Unterschied zwischen den beiden Lebenspartnern. Kotzor-Mathes träumt davon, von der Schriftstellerei leben zu können. Weller hat da einen ganz anderen unerfüllten Lebenstraum: „Ich möchte meine Malerei nur noch als Hobby machen können.“  (bux)

Informationen über Sylvia Violetta Weller und ihre Projekte gibt es im Internet unter www.bilderwirkstatt.de und unter www.synismus.de, auf dieser Homepage gibt es auch Informationen und eine Bestellmöglichkeit zum „Klangbilder“-Projekt Wellers. 

 

     

 

  
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