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Mit 200 Stundenkilometern Richtung Erde

Ein Tandemsprung verleiht Flüüügel...

Der Traum von Fliegen ist so alt wie die Menschheit. Früher bastelten sich die Träumer Flügel oder aberwitzige Flugmaschinen und manche stürzten dabei ab. Heute ist es einfacher, diesen Traum zu realisieren, und deutlich weniger gefährlich. Und so nah! Denn Sky Hawk, die Fallschirmspringer auf dem Flugplatz in Mainbullau, bieten Tandemsprünge an, zu denen keinerlei Vorkenntnisse nötig sind.

Das Tandemspringen kam 1986 aus den USA nach Deutschland. Fest verbunden mit dem Tandemmaster können seitdem Interessierte in den Genuss des freien Falls kommen, ohne vorher die komplette Ausbildung durchlaufen zu müssen. Schon nach einer 15-minütigen Einweisung kann es losgehen. Dabei wird Wissen vermittelt, wie ein Fallschirm überhaupt funktioniert, was im Flugzeug geschieht und natürlich wie man sich im freien Fall und bei der Landung zu verhalten hat. Ist dann der passende Sprungkombi gefunden, geht es auch schon rein in den Flieger.
Bis das leistungsstarke neunsitzige Absetzflugzeug vom Typ Pilatus Porter PC6 die Absprunghöhe von rund 4000 Metern erreicht hat, kann man den knapp zwanzigminütigen Rundflug über dem herrlichen Odenwald genießen – sofern man vor Aufregung dafür noch einen Blick hat. Wird dann in luftiger Höhe die Tür geöffnet wird, ist es sowieso erstmal vorbei mit der Beschaulichkeit. Dann gilt es, sich dem Luftstrom entgegenzusetzen und mit dem fest verbundenen Tandemmaster zum Ausstieg zu robben. Das ist dann auch der Moment, in dem das Adrenalin anfängt zu arbeiten und der Puls in die Höhe schießt. Die Wahrnehmung verändert sich drastisch und jetzt ist der Mut gefragt, auch wirklich auszusteigen.
Hat man den so genannten Exit dann hinter sich gebracht und rauscht mit zirka 200 Stundenkilometern durch das Medium Luft auf Mainbullau zu, hat man das Gefühl, man liegt auf einem Luftpolster und man könne tatsächlich fliegen. Die Geschwindigkeit kann man in diesem Moment gar nicht mehr realisieren, auch das Zeitgefühl verschwindet völlig. So sehr man auch dem Glauben verfällt, fliegen zu können, ist es doch sehr beruhigend, wenn sich nach einer knappen Minute dann der Schirm sanft öffnet und man in aller Stille mit einer grenzenlosen Aussicht über Mainbullau dahin gleitet. Dann hat der gemütliche Part des Tandemspringens begonnen, bei dem dann auch langsam alle Sinne wieder zurückkehren.
Im Gleitflug hat man auch die Möglichkeit selbst mitzusteuern. Nach der punktgenauen, weichen Landung hält die Euphorie noch Stunden an. Und dann kommt die Lust auf den nächsten Sprung...
Für diesen Fall bietet Frank Schumacher mit seinem Team Sky-Hawk auch viertägige Grundkurse für den kleinen Geldbeutel an. Danach darf man mit einem sich automatisch öffnenden Fallschirm, natürlich nach einer ausführlichen theoretischen Einweisung, dreimal selbständig springen. Aber auch die konventionelle Lizenzausbildung kann man mit dem ehemaligen Mitglied der deutschen Nationalmannschaft „Fallschirmformation“ in Mainbullau absolvieren. Diese dauert in der Regel rund zehn Tage, je nach Ausbildungsmethode und Wetterbedingungen.
Das Alter betreffend gibt es keine Einschränkungen für einen Tandemsprung. Nur die Körpergröße und das Gewicht müssen stimmen. Man sollte zwischen 1,40 und 1,98 Meter groß sein und nicht viel mehr als 90 Kilo auf die Waage bringen. Bei günstigen Wetterbedingungen, das heißt ausreichend Gegenwind bei der Landung, darf es aber auch ein bisschen mehr sein. Nach vorheriger Absprache ist es auch vielen Körperbehinderten möglich, einen Tandemsprung zu absolvieren. Das hängt allerdings von Art und dem Grad der Behinderung ab.
Bei einem Tandemsprung wird ein spezielles Gurtzeug verwendet, das zwei besonders große Fallschirme beinhaltet. Der Reserveschirm ist dabei nicht nur ein Notschirm, sondern ein vollwertiger Schirm, der sich genauso gut steuern und landen lässt wie der Hauptschirm.
Der Flugplatz Mainbullau bei Miltenberg gehört zu den am schönsten gelegenen Sprungplätze Deutschlands. So ist der Flugplatz auch ein lohnendes Ausflugsziel, um einfach entspannt auf der Terrasse des Bistros die schöne Landschaft zu genießen und den Springern und Fliegern zuzuschauen.


Frank Schumacher ist Fallschirmsprunglehrer und Tandemmaster. Der Berufspringer ist seit 1990 über 2800 Mal freiwillig aus einem Flugzeug gesprungen und ein ehemaliges Mitglied der deutschen Nationalmannschaft Fallschirmformation. Auch einige Promis suchten schon den Kick bei Sky-Hawk. So sind schon Farin und Rod von den Ärzten, einige Skispringer der Nationalmannschaft und Schwimmlegende Michael Groß über dem Outback abgesprungen. Infos unter www.sky-hawk.de oder telefonisch unter 07000 7594295

 

 

     

 

 

 

  
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