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Die „Wilden Weiber“ wüten wieder

Die Wahl-Finkenbacherin Elke Drews und die Düsseldorferin Uta Schutte machen Frauen-Kabarett, allerdings auch für „männliche Menschen“

Sie sind das ganze Jahr über gefragt, zu einem Termin aber ganz besonders: Am 8. März, dem Weltfrauentag, an dem die „Wilden Weiber“ dieses Jahr in der Michelstädter Odenwaldhalle zu erleben sind. Bei den „Wilden Weibern“ handelt es sich um ein weibliches Kabarett-Duo, dem als Heimat das Rheinland zugeordnet wird. Das stimmt nur zur Hälfte. Zwar kommt Uta Schutte aus Düsseldorf, aber Elke Drews lebt seit vielen Jahren am südlichsten Zipfel Hessens, in dem Rothenberger Ortsteil Finkenbach. Dort hin zog es die Schauspielerin, Kabarettistin, Pantomimin und Clownin 1989, wegen der herrlich gesunden Natur, der erholsamen Ruhe und den netten Leuten und von dort aus startet sie zu ihren Auftritten im gesamten Bundesgebiet und darüber hinaus.
Elke Drews beruflicher Werdegang ging anfangs eher in konservative Richtung, aber gleich nach dem Abschluss als Diplom-Sozialpädagogin kam der Wechsel ins Künstlerische: 1980 ging sie zur Pantomimenausbildung nach Paris. Dort besuchte sie die Mimenschule von Etienne Decroux und für Pantomime die Schule bei Ella Jaroszewicz. Anschließend lernte sie bei Attilio Maggiulli die Commedia dell’Arte und erhielt ein Engagement bei der Comedie Italienne in Paris. Parallel besuchte die vielseitige Künstlerin die Circusschule von Anni Fratellini.
1982 kehrte sie nach Deutschland zurück und gründete mit Bernd Witte das „Hand & Fußtheater“. Es folgten mehrere Produktionen im Stil der Commedia dell`Arte. Sie spielten als Mimen und Clowns - zum Beispiel das Kindertheater Plüsch und Plumm - oder inszenierten Stücke im Stil der Expression corporelle. Da die beiden in einigen Programmen die Sprache nicht gebrauchten, erhielten sie auch Angebote für Gastspiele im Ausland: Aus Italien, Frankreich, dem ehemaligen Jugoslawien und Afrika. In Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut spielten Elke Drews und Bernd Witte in Bagamoyo und arbeiteten als Gastdozenten am College of Art in Tansania. Über den Freundeskreis Bagamoyo gibt Elke Drews dort auch heute noch Workshops oder macht Regiearbeit, wie beispielsweise für das kritische Theaterstück „Fight against Aids - break the silence“.
1989 erfolgte der Umzug nach Südhessen und das Zentrum ihrer Tätigkeit konzentrierte sich auf Heidelberg. Dort entstand durch ihre engagierte Theaterarbeit an der Pädagogische Fachhochschule Heidelberg die Improgruppe „Heidelberger Herztropfen“. Sie unterrichtete Theatersport nach Keith Johnstone; sie selbst lernte diese Spielform durch Doug Nunn (San Francisco) und Pierre Lapas (Paris). Über das Improvisationstheater entwickelte sie verschiedene Charaktere und Rollen für die Theateranimation und spielte für Firmen, Vereine und Verbände.
1991 entstand das erste Soloprogramm „Augenblicke - Frauen in der Nacht“. Zwei Jahre später begegnete sie Uta Schutte - die „Wilden Weiber“ wurden geboren. Mit Solvei zu Erbach-Schönberg brachte Elke Drews 1995 das Stück von Dario Fo und Franca Rame „Kinder - Küche – Kirche“ auf die Bühne. Ein Clownsprogramm für Erwachsene „Pnö de Dö“ mit Arnim Huber kam 1997 heraus - eine Liebesgeschichte vom Scheitern und Gewinnen. Seit 2001 gibt es zudem ihr Solokabarett mit dem Titel „Patchworkzeit“, mit dem sie regelmäßig unterwegs ist. Und unterrichtet wird auch noch: Als Gastdozentin in Mainz an der staatlichen Berufsfachschule „Schule für Clowns“.
Nach „Die letzte Kur“ und „Rettet die Erde“ ist mit „Moment mal!“ das nunmehr dritte Programm der „Wilden Weiber“ fertig und wird gespielt. Wieder schlüpfen die beiden in ihre Rollen: Liesbeth, erdverbunden und lebenspraktisch, im Umgang mit dem anderen Geschlecht durchaus erfahren und demselben im Zweifelsfall auch nicht abgeneigt, und Alma, als ehemalige Gemeindeschwester mit dem Berufsleben vertraut, Spezialistin für theoretische Bewältigung von Themen aller Art, dafür aber fern der praktischen Umsetzung. Trotz aller Gegensätzlichkeiten: gemeinsam sind sie stark, ob gegen, mit, oder für das andere Geschlecht.
Heraus kommen dabei Weisheiten wie: „Wenn männliche Menschen beim Denken unter das Ozonloch geraten, gehen durch die gleichzeitigen Energieeinwirkungen von oben und unten die Haare aus – globales Denken führt in diesem Fall zu einem völligen Kahlschlag auf dem männlichen Kopf.“ Was beweist: Bei den „Wilden Weibern“ erfahren nicht nur Frauen elementare Dinge – das Programm ist auch für Männer recht lehrreich. Lisbeth (Elke Drews), die gut gepolsterte, burschikose, resolute Witwe, von Beruf Putzfrau und ganz wild auf Schlagsahne und Schwarzwälder Torte, und Alma (Ute Schutte), die dürre, unverheiratete Gemeindeschwester mit einem Faible für Fremdwörter, die sie nicht aussprechen kann, bringen in ihrem Programmen immer wieder gerne die Männer zur Sprache, die ja so „sensebiel“ sind, vom Bügeln keine Ahnung haben, nicht ewig halten und schauen, ob die Sonne scheint, während Frau spült. Männerfeindlich ist ihr Programm nicht wirklich, allerdings stehen dem vermeintlich starken Geschlecht schon etwas kritisch gegenüber – und sprechen das auch deutlich aus. Nicht bösartig, aber stets treffend und sehr ironisch.
Jedoch bieten die beiden Weiber auf der Bühne nicht nur Verbal-Akrobatik. Umständlich verknotet sich Alma mit einem Klappstuhl, der sie an die bundesdeutsche Alterabsicherung erinnerte: „Da denkste, Du hast was im Rücken, dann klappt das ganze System zusammen“. Aber was so ungeschickt und oft auch gefährlich aussah, ist Körperbeherrschung in Perfektion – und die beiden „Seniorinnen“ beweisen sich als ausgesprochen beweglich. Mit ihrer köstlichen Mixtur aus Kabarett, Comedy und schwindelerregender Turnerei ernten die beiden immer wieder reichlich Beifall – auch von den „männlichen Menschen“ im Publikum.

Kontakt: Elke Drews, Finkenbach, Tel. 06068 4227, Mail: dea.drews@t-online.de, www.elke-drews.de

Elke Drews Solo

Patchworkzeit

Betty näht um ihr Leben gern! Nicht Hosen, Blusen oder Hemden - nein, alles was der Zufall ihr an Stoffen und Kleidungsstücken vor die Schere bringt. Es wird zerschnitten! Und neu zusammengefügt: Patchwork eben! Wie das Leben selbst, bunt, chaotisch, aber auch schön und von einer eigenen Logik: und wenn es nur die Verbindung durch den roten Faden gibt. So hat jede ihrer Decken nicht nur eine, sondern viele Geschichten, besteht sie doch aus Ereignissen, Erlebnissen und selbst aus nicht erfüllten Wünschen. Diese Decken spiegeln Betty`s Leben wieder, mit alle seinen Höhen und Tiefen, seinen kleinen Exkursionen und Besonderheiten. Dies alles wird mal kabarettistisch, mal im Stil von Dario Fo erzählt, wo das Lachen das Denken nicht ausschließt, sondern im Gegenteil freisetzt und sich nach ungeplanten Mustern - eben Patchwork - bewegt.

THEATERANIMATION

Die Flotte Lotte ist eine Kellnerin ganz anderer Art. Mit lustigen Requisiten improvisiert sie spontan aus der Situation heraus, und die Dialoge entwickeln sich mit feinem Fingerspitzengefühl. Der Gast hat seine Freude, sobald sie in seiner Nähe auftaucht. Durch ihre Anwesenheit kommen die Gäste über das Lachen ins Gespräch, und schnell entsteht eine fröhliche Atmosphäre.
Frau Schultze mit tz ist eine Hausfrau, die nie ohne ihr Staubtuch, Brille und Fotoapparat ihr Haus verlässt. Irgendwo taucht sie plötzlich auf, im guten Glauben, sie wäre auf dem richtigen Fest. Gerne geht sie auch auf die Bühne, und es bleibt einfach kein Geheimnis, dass auch sie von einer großen Zukunft träumt. Das Leben hat einfach mehr zu bieten, als Staubtuch und Ehemann.

     

 

  
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