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GEbt uns unseren Sport zurück!  

         


Fan-Demo gegen Polizeiwillkür in den Stadien

und Total-Kommerzialisierung des Fussballs durch den DFB

Man stelle sich vor, im Waldstadion ist ein Fussballspiel und die Fans strömen zu Hunderten - in entgegengesetzte Richtung. Demo war angesagt und Fans aus dem gesamten Bundesgebiet beteiligten sich daran. Sie kamen aus Hamburg, München, Stuttgart, Dortmund, Köln, Leverkusen, Darmstadt, Mannheim, Mönchengladbach, Karlsruhe und Straßburg, Hannover, Fürth, Rostock, Braunschweig, Osnabrück, Aue, St. Pauli, Wolfsburg, Wuppertal, Meppen, Freiburg, Trier, Düsseldorf, Saarbrücken, sogar ein Wackerianer war zu sehen - und natürlich aus Frankfurt (wobei der Heimvorteil ruhig ein paar mehr Eintracht-Fans auf die Straße hätte bringen können). Durch Abwesenheit glänzten jene mit ähnlich kurzem Anreiseweg: Die Oxxenbacher und die Fastnachter in der Nähe von Wiesbaden. Zu letzteren wurde gemunkelt, dass sie Angst vor Prügel hatten.
Aber sowas stand gar nicht auf dem Programm, die Demo verlief absolut friedlich. Auch seitens der Polizei, die sich von ihrer freundlichen, deeskalierenden Seite zeigte.
Groß war die Medienpräsenz und riesig der Umsatz der Trinkhalle am Startpunkt. Ein wenig ausgebremst wurde die Anreise der Besucher des Confi-Cup-Spiels. Die Straßenbahnen standen bis zurück in die Innenstadt, schön aneinader gereiht wie ein Perlenkettchen. Und die Fussballbesucher mussten laufen, was so manchem Wohlgenährten im Deutschland-Trikot gewiss nicht schadete. In entgegengesetzter Richtung ging der Demo-Zug von der Rennbahn über den Main Richtung EZB und von dort zum Hauptbahnhof - zum Großteil leider vor wenig Publikum durch recht ruhige Gebiete.
Die inzwischen veröffentlichten Zahlen der Demo-Teilnehmer gehen weit auseinander und reichen von 800 bis 8000. 1500 bis 2000 dürfte wohl der Realität entsprechen. Es war damit zwar nicht die größte Demo, die Frankfurt gesehen hat, wohl aber die lautetste. "Fußballfans sind keine Verbrecher!“, „Fußballmafia DFB!“, „Vorfelder raus!“ "Ihr macht uns unsren Sport kaputt!" und „Gebt uns unseren Sport zurück!“ lauteten die Sprechgesänge. Einige richteten sich auch gegen die Polizei, aber selbst dann bewahrten die Beamten ihre Ruhe. Sie waren ja eigentlich auch nicht gemeint, sondern jene, die am letzten Spieltag in Frankfurt und zuvor auch schon in anderen Stadien mit völlig überzogenen Einsätzen glänzten.
Nach einer Abschluss-Humba auf der Kaiserstraße stiegen die auswärtigen Fans wieder in ihre Busse, der Rest verkrümelte sich in diverse Kneipen oder Richtung Heimat. Im Waldstadion haben sie übrigens nicht wirklich was verpasst. Die Australier haben leider verloren, allerdings knapp. Von einem verdienten Sieg der DFB-Elf kann wahrlich nicht die Rede sein - da haben die demonstrierenden Fußballfans ihren Abend sinnwoller verbracht. Bleibt zu hoffen, dass das friedliche Miteinander zwischen Polizei und Fans keine einmalige Angelegenheit war.

Fotogalerie zur Fan-Demo

   

 

  
           

 

 

 

 

 

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