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Angeln in der Luft

Eine Wiese auf der Neutscher Höhe ist Treffpunkt einer Drachenfluggemeinschaft

Traumtage sehen manchmal so aus: blauer Himmel, etwas Wind, eine schöne Aussicht und in der Hand eine Schnur mit einem Flugdrachen daran, der 30 Meter weiter oben im Wind steht. Mancher wirft eben zur Tiefenentspannung die Angel in den See, andere lassen den Drachen steigen. Blick nach unten, Blick nach oben, Wasser und Luft – größer könnten die Unterschiede kaum sein. Und doch haben beide Sportarten etwas Ruhiges, Bedächtiges. Nur dass beim Drachenfliegen weder Würmer noch Fische sterben.

Seit zehn Jahren gibt es die Drachenfluggemeinschaft Neutscher Höhe. Unweit der drei Windräder haben die 18 Drachenflugfans eine Wiese an der Hutzelstraße gepachtet und lassen darauf ihre Fluggeräte steigen. Ein Verein sind sie nicht. „So ein lockerer Zusammenschluss eben“, sagt Uwe Menge aus Beedenkirchen. 200 auf 200 Meter ist die Wiese groß. „Wir lassen gerne Gäste bei uns mitfliegen, aber nur wenn dann noch genug Platz für uns selbst ist. Unsere Wiese ist jedenfalls nicht öffentlich. Wir haben hier das Hausrecht“, sagt Jan Wagner aus Offenbach.

Flugdrachen sind nicht gleich Flugdrachen. Es gibt Einleiner (die hängen an einer Leine), Zweileiner und Vierleiner. Je mehre Leinen, desto variabler kann der Drachen in der Luft bewegt werden. Einleiner können einfach nur nach oben steigen, lenken ist nicht. Zweileiner können nach rechts und links gesteuert werden, Vierleiner zusätzlich noch nach vorne, nach hinten, rauf und runter. Trickflug heißt diese Königsdisziplin. Wer es kann zieht mit seinem Drachen - untermalt von einem dynamischen Zischen – exakte Vierecke, Dreiecke oder andere Figuren in den Himmel. Alles rasant schnell und mitunter auch abrupt. Andere schnüren mehrere Drachen an eine Schnur und lassen ein Quartett aufsteigen.

Und die Mobilisten unter den Drachenfreaks hängen an ihre Drachen einen kleinen Buggy auf Rädern und lassen sich per Windkraft ziehen. Auf der Neutscher Höhe ist das wegen des holprigen Bodens indes nur schwer möglich.

100 Meter Leinenlänge

Zwei- und Vierleiner werden an kurzen Schnüren steigen lassen. Einliner dürfen mit einer maximalen Leinenlänge von 100 Metern in die Luft gehen. Da die Drachen wegen des Windes nicht senkrecht nach oben steigen, wird indes keine Flughöhe von 100 Metern erreicht.
In der Nähe von Stromleitungen und Flughäfen ist Steigenlassen der Drachen verboten. Und auch bei einem Gewitter sollte man die extrem leitfähigen Schnüre besser aus der Hand legen.
Einfache Drachen gibt es schon ab 50 Euro. Teure Exemplare schlagen mit über 1000 Euro zu Buche.  Buggys kosten zwischen 200 und 2000 Euro.

Kontakt zur Drachenfluggemeinschaft Neutscher Höhe gibt es unter http://people.freenet.de/drachenflug, per E-Mail: drachenfluggemeinschaft@freenet.de. Die nächste Trickflugschulung wird für 20 Euro am 9. Oktober angeboten. Das Gelände der Drachenfluggemeinschaft befindet sich im Bergdorfviereck zwischen Neutsch, Frankenhausen, Nieder-Beerbach und Ober-Beerbach an der Hutzelstraße unweit der Kreuzung zur Neutscher Straße, knapp einen Kilometer von den Windrädern auf der Neutscher Höhe entfernt. 

Jürgen Buxmann

 

     

 

 

 

  
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