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Die Boombusters - seit 20 Jahren mit dem Beat der Sixties auf der Bühne 

Sie sind die dienstälteste Rockband des Odenwaldes. Vor 20 Jahren trafen sich der Sandbacher Elvis-Fan Matthias Tolle und Frank Kabel aus Haingrund, ein Fan der Beatles, und beschlossen, gemeinsam Musik zu machen. Und das machen sie auch zwei Jahrzehnte  später noch.
Am 17. März 1985 suchten die beiden Musiker, inzwischen besser bekannt als Tolle und John Pepper, per Annonce einen Schlagzeuger und mit dem Momarter Willy Hermann war die Band komplett. Die „Boombusters“ waren geboren. Ihre Musik war der vom Rock’n Roll geprägte Beat aus den frühen sechziger Jahren, mit dem auch die Beatles, die Stones oder die Yardbirds ihre ersten Bühnenerfahrungen machten. Die Bühne der Boombuster war anfangs vor kleinem Publikum im Proberaum, im Rohbau von Johns Eltern in Haingrund. Und sie sangen nicht nur englisch, sondern auch in Odenwälder Mundart. Größere Auftritte folgten und 1988 auch das erste Vinyl: Eine Single mit dem „Faulen Hund“ auf der A-Seite und dem herrlich schrägen „Pass gut auf, auf mein Baby“ auf der B-Seite. 500 Stück wurden damals gepresst und besitzen inzwischen Sammlerwert. Im Sommer 1992 kam ein harter Schicksalsschlag: Willy „Wusel“, der Schlagzeuger der Boombusters, schied durch Freitod aus dem Leben.
John und Tolle dachten an Aufhören, aber Ende 1992 ging es weiter, mit dem Erbacher Stefan Reinhard, dem „Stift“ am Schlagzeug. Die Boombusters spielten als Vorgruppe von Motörhead, Manfred Mann, Canned Head, Slade, den Rodgau Monotones und der Beatle Revival Band. Fast wäre es in Leipzig zu einer Session mit T.Rex gekommen, aber die Musikerkollegen standen unter Termindruck. Im Odenwald haben die Boombusters seit Jahren ihre festen Termine, eine große Fangemeinde jedoch auch in Main-Franken. Beim Obernburger Nachwuchsfestival gewannen sie 1993 den zweiten Preis und sind mit einem Lied auf dem Sampler „Unsere Heimat“ vertreten. Auch beim Schlossgrabenfest in Darmstadt traten die Odenwälder schon auf. Rund 20 Auftritte pro Jahr absolvieren die Drei, die Musik ist nach wie vor ihr Hobby. John Pepper ist im richtigen Leben Finanzwirt beim Finanzamt Dieburg, der Stift ist als Werbetechniker selbstständig und Tolle kaufmännischer Angestellter in einer Autolackiererei – und Vater eines kleinen Sohnes.
Aber auch mit Mitte bis Ende 30 lieben die Jungs noch immer den Beat der frühen Sechziger, obwohl es gar nicht ihre Zeit war. 1998 erschien die CD „Sapperlot“ mit eigenen Stücken in Deutsch und Odenwälderisch. Die ersten 1000 sind bereits verkauft, die zweite Auflage auch schon zur Hälfte. Auf der Scheibe „Rock’n‘Roll Snapshots“, sind von den Fans ausgewählte Partyhits gesammelt, von „Come Together“ bis „House Of The Rising Sun““. Aber drei eigene, deutsche Stücke sind auch darunter.
Ansonsten, ob auf größeren Konzerten oder kleineren Feiern, gibt es sie nur live und pur. Die Musik ist ihr Hobby, dem heutigen Techno- und Mainstream-Einheitsbrei handgemachten Sound entgegenzusetzen, ihre Leidenschaft. Geld verdienen lässt sich mit diesem Hobby nicht, es kostet eher. Wenn tatsächlich mal etwa übrig bleibt, fließt es wieder in die Band. Aber trotzdem: Ein glückliches Musikerleben also, bei dem der Spaß im Vordergrund steht. Nur der „Stift“ ist etwa unzufrieden: „Die Boombusters sind die einzige Band ohne Groupies – nach dem Konzert sind immer alle Mädels gleich weg!“ Unglaublich, zumal sie in ihrem üblichen Bühnenoutfit -  schwarze Anzüge und Westen, weiße Hemden, Krawatten und spitze Schuhe – doch so verdammt gut aussehen.

The Boombusters und ihre Musik

Wie war das denn damals in den Sixties mit dem Beat? Um 1960 lag der Rock’n’Roll im Sterben, Elvis kam zur Armee, Chuck Berry saß im Knast und Buddy Holly war tot. Während man in Amerika noch trauerte, begannen in England zahlreiche Schülerbands (unter ihnen befanden sich auch „unbekannte“ Namen wie „Beatles“ und "Rolling Stones") die Hits der 50er nachzuspielen.
Beim Rock’n’Roll stand stets die Leadstimme im Vordergrund und die Instrumente waren nur Begleitung. Durch die Gleichstellung aller Instrumente mit dem Gesang (was auch mehr handwerkliches Können der Musiker erfordert), witzige Texte und einem tanzbaren Rhythmus entstand eine völlig neue Musik: der Beat.
Bald kristallisierten sich verschiedene Stilrichtungen: einmal die kommerzielle und vor Schmalz triefende und zum anderen die harte, schnelle und laute Beatmusik, die vom Blues und vom Rock’n’Roll beeinflusst war. Letztere wurde zum Beispiel von den „Yardbirds“, den „Rolling Stones“, den „Animals“ und den "Kinks" gespielt. Gegen Ende der 60er Jahre versank die Beatmusik schließlich im Sumpf von Woodstock und der Flower Power.
Die „Boombusters" sind eine Beatband der härteren Gangart und distanzieren sich ausdrücklich vom „50er Jahre Schmalztollen-Rock'n'Roll“ und dem „Tanzkapellen-Beat“ so genannter „Oldie-Bands". Ihr Programm besteht aus bekannten Klassikern (von „Johnny B. Goode" bis „A Hard Day's Night"), aber auch aus vielen Stücken für Insider (von "Baby please don't go" bis "Friday on my mind") und natürlich aus eigenen Songs mit deutschen Texten, die von den gleichen Themen handeln wie früher und immer aktuell sind: Parties und Musik.
Dabei legen die Boombusters großen Wert darauf, die Lieder nicht kommentarlos nacheinander runterzuspielen, sondern mit lustigen Ansagen und (teils grotesken) Showeinlagen zu versehen, denn das Auge hört ja bekanntlich mit.

Infos zur Band sowie Konzertdaten unter www.boombusters.de

     

 

  
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