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Mike Bauersachs - Autodidakt, Ästhet und so vielseitig

Er malt schon sein Leben lang, aus Passion, und beigebracht hat er sich selbst. Sein Beruf war eigentlich der Maschinenbau. Diese drei Faktoren, der innere Drang, zu malen, die von Kunstschulen und Dozenten unbeeinflusste freie Entfaltung und die Akribie des Maschinenbaus, machen ihn aus, den Maler Mike Bauersachs.

Beim Durchblättern seiner Mappe ist es kaum zu glauben, dass diese so unterschiedlichen Werke aus einer Hand stammen. Gemeinsam haben die Arbeiten diese gewisse Ästhetik. Die Motive reichen von Porträts über die Pferde des Amorbacher Fürstenhauses, Impressionen aus der Umgebung und Architektonisches bis hin zu abstrakten Ansätzen und Installationen. Klassische Linolschnitte, Radierungen, farbenfrohe Aquarelle, Zeichnungen mit Bleistift, Feder, Kohle, Rötel und Pastellkreide. Öl, Putz, Holz, Packpapier – auch bezüglich der Materialien setzt sich der gebürtige Miltenberg und Wahl-Amorbacher keine Grenzen.
Kreuz und quer durch die Themen und Stilrichtungen geht es bei ihm jedoch nicht. Meist arbeitet er über mehrere Jahre an einem Projekt, bevor er damit an die Öffentlichkeit geht. Während einer Reise nach Barcelona inspirierte ihn der spanische Jugendstil-Architekten Antonio Gaudi und er wollte dessen Werk mit seinen Bildern aufarbeiten. So entstand ein ganzer Zyklus, großformatige Collagen, Ölfarbe und Putz auf Holz, mit Wachslasur überarbeitet, in mediterranen Farbtönen – eine Hommage an Gaudi, die noch längst nicht abgeschlossen ist.
Ein anderes Projekt befasst sich mit Not leidenden Kindern auf der ganzen Welt. Als Untergrund wählte Mike Bauersachs einfaches Packpapier, das ihm die Kinder gefaltet und mit persönlichen Zeilen beschriftet zuschickten. Nach Fotos malte er in Pastell-Mischtechnik ihre Porträts darauf. Aus diesen Arbeiten entsteht nun ein Kalender für das kommende Jahr und der Erlös kommt den Kindern zugute.
Zum Stadtjubiläum Amorbachs entstand ebenfall eine Serie, in der er die Stadtgeschichte aufarbeitete. Etwas ganz anderes: Seine Linolschnitte zeigen Beine oder afrikanische Tanzfiguren. „Das wollte ich einfach mal ausprobieren, um zu lernen, um mich weiter zu entwickeln“, erklärt er dazu.
Lernen und Weiterentwickeln scheint seine Triebfeder zu sein, denn eigentlich begann sein Berufsweg ganz anders. Nach dem Abitur in Würzburg kam das Studium zum Maschinenbauingenieur und in diesem Beruf arbeitete Mike auersachs – Jahrgang 1959 – sieben Jahre. Parallele dazu richtete er sich aber schon ein Grafikstudio ein. 1995 kam der mutige Entschluss des damals frischgebackenen Papas, sich mit einer Werbeagentur selbstständig zu machen – eine Entscheidung, die er nie bereute. Er ist längst gut im Geschäft, so gut, dass die Zeit für seine künstlerische Arbeit oft sehr knapp ist.
Aber wie alle Menschen, die ihr Hobby zum Beruf machen konnten, stört ihn das wenig, irgendwie bekommt er alles unter einen Hut. Und engagiert sich dabei noch für die Allgemeinheit, ob als Vorsitzender des Kulturkreises Amorbach oder im „Kunstnetz im Landkreis Miltenberg“. Dort war er vor fünf Jahren Gründungsmitglied und arbeitet nicht nur im Führungsteam mit, sondern auch als Workshopleiter. In Kursen werden dabei begabten Kindern und Jugendlichen theoretische Kenntnisse über Zeichnen und Malen sowie der Umgang mit verschiedenen Materialien vermittelt. Und wenn der Jugendkulturpreis im Landkreis Miltenberg verliehen wird, sitzt Mike in der Jury.
Die Verbundenheit mit seiner Heimat dokumentiert auch sein jetziger Beruf als Grafiker, Designer und Werbefachmann. Logos und Imagewerbung des Landkreises und seiner Veranstaltungen entstehen meist in Amorbach, in dem wunderschönen Fachwerkhaus an der Kellereigasse, am PC (nicht Mac!) des kreativen Workaholics.
Auch im künstlerischen Bereich arbeitet er oft im Auftrag, insbesondere bei den Porträts. Der größte Teil der Werke entstand jedoch aus der Passion heraus, durch Inspiration, die das Denken ankurbelte, woraus dann ein Projekt entstand. Oder auch durch spontane Erlebnisse, aus denen dann ein besonderes Einzelstück wird. Wie das Gemälde „Kehraus“, das Resultat einer seltsamen Begegnung an Fastnacht mit einer blauen Frau.

Kontakt: Mike Bauersachs, Kellereigasse 3, Amorbach, Tel. 09373 99811, Fax 09373 99812, Mail: michael.bauersachs@t-online.de, www.mike-bauersachs.de

     

 

  
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