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Outfit und LebensgefÜhl der Siebziger

Batschkapp und Elfer: Zwei Musik-Kneipen in einem Haus, in harmonischer Kooperation

Zwei Musik-Kneipen mit verschiedenen Chefs in einem Haus – funktioniert das ohne Konkurrenzkampf? Es funktioniert hervorragend, zumindest in Frankfurt-Eschersheim, im Haus Maybachstraße 24 - und das schon seit über einem Vierteljahrhundert. In diesem Haus, nahe der U-Bahn-Haltestelle „Weißer Stein“ befinden sich die legendäre Batschkapp und der „Elfer“, zwei Musik-Kneipen mit identischem Publikum. Die jüngste Gemeinsamkeit der beiden Einrichtungen ist der „lange Samstag“ am ersten Wochenende im Monat. Dann steht jeweils der Popular-Tunes-Partygroove mit namhaften DJs in der Batschkapp auf dem Programm, bis 3 Uhr nachts. Dann schließt die Kapp, und im Elfer – der natürlich auch den gesamten Abend geöffnet hat – geht’s weiter bis die erste Bahn fährt. Das ist gegen 5 Uhr, womit auch auswärtige Gäste, zum Beispiel aus dem Outback, die Möglichkeit haben, bis zur ersten Zugverbindung zurück in die Heimat zu feiern.
Die Batschkapp, nun unter der Leitung von Ralf Scheffler, gibt es nun schon seit fast 29 Jahren, gegründet 1976 als alternativer Club. Ursprüngliches Ziel des Kollektivs war es, eine autonome und linke Gegenkultur zu etablieren. Das Outfit des „Kulturzentrums“ scheint seit den 70er Jahren keine wesentlichen Neuerungen mitgemacht zu haben, obwohl es natürlich einige bauliche Veränderungen gab. Abgesehen von der Außenfassade, die vom Szenesprayer Bomber ziemlich spektakulär besprüht wurde, ist die Einrichtung der Batschkapp eher pragmatisch.
Seit vielen Jahren schon hat sich der Frankfurter Treff in einer über das Studentenmilieu hinausgehenden Szene etabliert und ist bundesweit bekannt durch sein herausragendes Veranstaltungsangebot. Zahlreiche Bands, die heute die größten Hallen ausverkaufen, haben in der Batschkapp ihre Karriere begonnen und spielen auch heute noch gerne Clubkonzerte in „ihrer Kapp“. In dem Siebziger-Jahre-Schuppen finden auch Promotion Events statt, die beachtliche Ergebnisse vorweisen, weil sie treffsicher bei der jeweiligen Zielgruppe ankommen. Auch zählen Lesungen zu dem Programm.
Aus dem autonomen Kulturzentrum der Anfangsjahre ist ein professioneller Dienstleistungsbetrieb geworden. Offen geblieben ist man dabei gegenüber Newcomern, neuen Trends und musikalischen Experimenten. Das ist sicherlich einer der Hauptgründe, weshalb sich eine Szenegeneration nach der anderen zur Batschkapp hingezogen fühlt. Auch die in die Jahre gekommene Szene der Anfangszeit schaut immer noch gerne vorbei, selbst wenn das Punker-Outfit inzwischen dem Nadelsteifen-Anzug gewichen ist.
Längst finden auch nicht mehr alle Batschkapp-Konzerte in der eigenen Konzerthalle mit dem Indie-Charme statt. Deren Kapazität ist mit einigen hundert Besuchern erschöpft. Für größere Events wie Konzerte der Toten Hosen, Rammstein, BAP und anderer werden die Festhalle oder andere größere Hallen zum „Ausweichquartier“.
Den Elfer gibt es sogar schon länger als die Batschkapp, unter der Leitung des derzeitigen Chefs Kurt Rohrbeck steht er seit nunmehr 23 Jahren. Der Elfer firmierte schon immer als eigenständiger Betrieb, als ganz normale Kneipe. Die harmonische Nachbarschaft der beiden Einrichtungen klappte von Anfang an gut, aber erst seit kurzem stehen immer öfter gemeinsame Konzerte und Discoveranstaltungen auf dem Programm - ein “Open House” über drei Floors.
Im Gegensatz zur Batschkapp hat der Elfer eine ganz normale Kneipenbestuhlung und ist auch unabhängig von Konzerten meist gut besucht. Auch er verströmt den Charme der Siebziger und das Publikum reicht vom Teenager bis zu den Senioren der 68er-Fraktion. Er hat einfach Atmosphäre, der Elfer. Angefangen von den stets gutgelaunten Servicekräften, über das preisgünstige Angebot an Getränken, vom ausgesprochen schmackhaften Apfelwein bis hin zu Cocktails, kleine Naschereien für jeden Fress-Flash-Geschmack, einen separaten Kicker-Raum mit Billard-Tisch bis hin zum Konzertraum im Keller. Auch dort stehen regelmäßig Bands auf der Bühne, allerdings ist die Kapazität hier mit ein paar Dutzend Leuten auch schon erschöpft. (Liane Probst-Simon)

RegelmÄßige Öffnungszeiten haben weder Kapp noch Elfer. Die Kapp Öffnet, wenn Konzerte oder Partys anstehen. Dann ist auch der Elfer ab 19 Uhr auf, ansonsten, natÜrlich auch bei eigenen Veranstaltungen, ab 21 Uhr - im Prinzip am Wochenende immer und wÄhrend der Woche meistens. Die genauen Zeiten sind ebenso wie das Programm im Internet abrufbar, unter www.batschkapp.de und www.11-er.de, telefonisch ist die Kapp unter 069-95218410 erreichbar, der Elfer unter 069-539433.


     

 

  
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