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BÄppi La Belle: Mit 66 Fummeln ist noch lange nicht Schluss

Angefangen hat Thomas BÄppler in einer eher konservativen Tanzschule als einfacher Tanzlehrer. Heute zählen seine wöchentlichen Travedy-Shows im Frankfurter Tits-Theater zu den best besuchtesten Vorstellungen der Stadt – gleich nach dem altehrwürdigen Tigerpalast.

Bis zu acht Wochen Wartezeit muss man schon einplanen, wenn man Bäppi La Belle alias Thomas Bäppler einmal live auf seiner Bühne erleben will. Jeden Donnerstag, Freitag und Samstag verwandelt sich die sonst ganz normale Tanzschule in der Friedberger Landstrasse in ein notorisch ausverkauftes Theater der Extraklasse. Im Mittelpunkt steht dann natürlich immer sie: Bäppi La Belle! In den schönsten Fummeln der Stadt und mit ihrem ganz individuellen Charme verzaubert die leicht beleibte Diva die Lachmuskeln ihres Publikums. „Bei mir werden einfach alle auf die Schippe genommen“, beschreibt Thomas Bäppler seine Gags. „Egal ob Schwule, Lesben, Schwarzenegger oder Angela Merkel – da bleibt einfach niemand verschont“.
Dabei geht es dem Künstler nicht um sinntriefende und bedeutungsschwangere Botschaften. „Bei mir sollen die Leute einfach nur abschalten und so richtig lachen können“, antwortet er auf die Frage nach den eigentlichen Aussagen seiner Parodien. Viele andere Travestie-Shows leiden seiner Meinung nach genau darunter, dass immer alle Gags mit politischen oder sozialkritischen Aussagen verbunden sein müssen. Diesen Ansatz verfolgt er nicht. „Alle nehmen sich und ihre Sache immer so schrecklich ernst. Wirklich wichtig ist, dass man immer auch über sich selbst lachen kann!“ Seine Show bezeichnet er selbst daher auch gerne als „Travedy“, eine Mischung aus Travestie und Comedy.
Das Witze-Machen wurde Thomas Bäppler bereits in die Wiege gelegt. Schon in früher Kindheit fiel der witzige Typ im Kindergarten durch seine spaßige Art auf, wurde gar verglichen mit dem damals im Fernsehen blödelnden Ilja Richter. Danach durchlief der Entertainer einige Stationen – vom Schultheater bis zur Tanzlehrerausbildung – bevor er bei einer Faschingsparty im Jahre 1980 erstmals mit Fummel vor das Publikum trat. Was damals als einmaliger Männerballett-Gag begann, mündete zehn Jahre später in der Eröffnung einer eigenen Tanzschule.
Hier etabliert der junge Inhaber bald einen eigenen Playback-Abend und trat erstmals regelmäßig vor den Tanzschülern und ihren Freunden in Fummeln auf. Der große Erfolg dieser Vorführungen – und nicht zu Letzt die große Nachfrage nach mehr Vorstellungen – führte schließlich 1993 zur Geburt der Diva mit dem wohlklingenden Namen Bäppi La Belle. Seit dem ziehen die wöchentlichen Vorstellungen immer mehr Menschen in ihren Bann und strapazieren ihre Lachmuskeln bis aufs Äußerste. Trotz der eindeutigen Warnungen im Programmheft („Lachen ist Lebensgefährlich… und führt schlimmstenfalls zum totlachen“), ist der Tanzlehrer und Entertainer heute weit über die Grenzen Frankfurts bekannt. Gäste aus Köln, Mannheim, Mainz oder auch Hamburg sind seit langem keine Seltenheit mehr. Dabei bildet das Publikum des Tits-Theaters durchaus einen repräsentativen Querschnitt durch alle gesellschaftliche Schichten: Vom Maurer über den Staatssekretär bis hin zur eingefleischten Kampf-Lesbe sind alle vertreten – und gleichermaßen vom Lachflashs befallen (mitunter freilich bei unterschiedlichen Pointen).
Die aktuelle Show „Mit 66 Fummeln“ bietet den Besuchern einen schillernden Best-of-all-Rückblick der vergangenen zehn Jahre. So lange belebt die bekannte Fummeltante nun schon die Bretter, die die Welt bedeuten. Um dieses Jubiläum ausgelassen zu feiern, verschießt der Travestie-Star einen Höhepunkt nach dem anderen. Der Zuschauer wird Zeuge sündiger Exzesse einer schamlosen CDU-Politikerin, findet sich wieder in hochgiftigen Zickenterror-Szenen einer Ehe oder erlebt, was es heißt, guten Verkehr mit der Nachbarschaft zu haben.

Tits-Theater Frankfurt, Friedberger Landstrasse 296, 60389 Frankfurt, Showtime jeden Donnerstag, Freitag und Samstag, Ticket-Hotline: 069/593701 oder 069/95502264. Weitere Infos und Ticket-Vorbestellungen auch im Internet unter www.baeppi.de
Aufgrund der grossen Nachfrage und der begrenzten Anzahl an PlÄtzen wird um rechtzeitige Reservierungen gebeten.


     

 

  
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