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Australien - das andere Ende der Welt in Zahlen und Fakten

Fläche und Population

Mit einer Ausdehnung von 7.692.030 Quadratkilometern ist Australien das sechstgrößte Land der Erde. Es ist aufgeteilt in sechs Bundesstaaten und zwei Territorien. Die Bevölkerungsdichte im Inselreich zwischen indischem und pazifischem Ozean ist die niedrigste weltweit. Im Vergleich zu Deutschland (357.022 km2) ist dessen Fläche mehr als 21mal größer, es hat aber mit 19,6 Millionen Menschen weniger als ein Viertel der Bevölkerung hierzulande (82,2 Millionen).
Während sich statistisch in der Bundesrepublik 231 Menschen einen Quadratkilometer teilen, sind es im Land der Kängurus gerade mal 2,6. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass es fünf Millionenstädte gibt, deren größte Sydney mit mehr als vier Millionen Einwohnern ist. Dies rührt daher, dass 85 Prozent der Gesamtbevölkerung in Städten lebt, und sich 60 Prozent der Einwohner auf die fünf Metropolen konzentrieren. Diese liegen nahezu alle an der Süd- und Ostküste, zwischen Adelaide und Cairns. Einige weitere größere Städte befinden sich an der Westküste in der Gegend um Perth und an der Nordküste in der Region um Darwin. Der Rest Australiens, mehr als dreiviertel seiner Fläche, ist das so genannte Outback, frei übersetzt „das Land draußen“ - das Hinterland.
Jene Region ist nur dünn besiedelt, die mit Abstand größte Stadt im Outback Zentralaustraliens ist Alice Springs mit 25.000 Einwohnern. Der Grund hierfür ist, dass sich dort - geprägt von Wüste, außerordentlicher Hitze und Trockenheit – für Menschen das Überleben sehr schwierig gestaltet. Rolf Henniges beschreibt diesen Teil des fünften Kontinents in seinem Buch „Australien“ folgendermaßen: „Es gibt keine Zeit im Outback. Nur die Tyrannei der Distanz und die Herrschaft der Weite. Entweder man hasst oder man liebt sie. Kompromisse gibt es nicht“. Von der australischen Urbevölkerung, den Aborigines, lebt statistisch der größte Anteil aller Bevölkerungsgruppen im Outback. Sie stellen lediglich ein Prozent der Gesamtbevölkerung; 92 Prozent der Einwohner Australiens sind Weiße (hauptsächlich britischer und irischer Herkunft), sieben Prozent Asiaten. Das jährliche Bevölkerungswachstum liegt bei einem Prozent (Deutschland zum Vergleich: 0,1 Prozent), wäre ohne Einwanderung allerdings seit 1976 rückläufig. Die meisten Zuwanderer kommen aus Großbritannien, gefolgt von Neuseeland, Italien und Vietnam.
Die deutsche Einwanderung, insbesondere nach Südaustralien, später vor allem nach Queensland, begann 1838. Eine weitere Immigrationswelle folgt in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts. Inzwischen gibt es nur noch wenige deutsche Auswanderer. Etwa 500.000 Australier haben deutsche Vorfahren und rund 120.000 deutsche Einwanderer der ersten Generation leben heute in Australien.

Landschaft, Flora und Fauna

Charakteristisch für Australien sind drei Großlandschaften. Erstens: Ostaustralien mit dem Gebirge „Great Dividing Range“, das 3000 Kilometer parallel zur Küste verläuft und dessen höchste Erhebung der Mount Kosciusko mit 2228 Metern Höhe ist. Die Ostküste hat eine Länge von 25.760 Kilometer. In deren Norden ist das Great Barrier Reef vorgelagert. Die Fläche dieses berühmten Naturwunders entspricht der ganz Großbritanniens und Irlands, und es umfasst neben unzähligen Korallenriffs mehr als 1000 Inseln. Im Süden Ostaustraliens befinden sich weitere Inseln, deren größte Tasmanien mit fast 68 Quadratkilometern ist.
Zweitens: Das westaustralische Tafelland, das bis tief ins Zentrum hineinreicht und fast den halben Kontinent einnimmt. Es besteht hauptsächlich aus Wüste, wie der großen Sand-, Victoria- und Gibsonwüste und ist kaum besiedelt. In diesem Outback erheben sich diverse Inselberge wie der weltbekannte, aus Kaolinsandstein bestehende Ayers Rock (Uluru), der größte Monolith der Erde. Er ist 3,6 Kilometer lang, zwei Kilometer breit und hat einen Umfang von 9,4 Kilometern.
Drittens: Die mittelaustralische Senke, die sich von der Südküste über die Simpsonwüste bis hin zum nördlichen Carpentariagolf erstreckt. In diesem Gebiet befindet sich der Eyre-Salzsee, der sich 14 Meter unterhalb des Meeresspiegels befindet.
Australien umfasst mehr als 7000 Strände sowie 2000 Nationalparks und Naturschutzgebiete - darunter Wüstenlandschaften und zerklüftete Bergregionen ebenso wie Küstendünen oder Regenwald. Von den 155 Millionen Hektar Wald bestehen 80% aus Eukalyptus, der Rest sind hauptsächlich Akazien, Regenwald und Mangroven. Es existieren mehr als 25.000 Pflanzenarten (Europa: etwa 17.000), allein Westaustralien verfügt über 12.000 verschiedene Gattungen. Es gibt ungefähr 800 Vogelarten in Australien, von denen 400 nur dort vorkommen. Die Vielfalt der Vogelwelt variiert vom Laufvogel Emu über Pinguine auf Kangaroo Island bis hin zu großen Adlern und den farbenprächtig gefiederten Allfarbloris.
Australien ist Heimat einiger weiterer nur hier lebender Tiergattungen, deren berühmteste der Koala, das Schnabeltier, der einheimische Wildhund Dingo oder Wombats sind. Und natürlich Kängurus, deren Zahl auf etwa 40 Millionen geschätzt wird. Australiens deutlich andere Tierwelt umfasst außerdem über 230 einheimische Säugetierarten sowie 300 Eidechsen-, 140 Schlangen- und zwei Krokodilarten. Ferner werden 24 Millionen Rinder und 140 Millionen Schafe gehalten.

Wirtschaft und Rohstoffe

Australien verfügt über eine florierende Wirtschaft und individuellen Wohlstand, der mit der Situation Deutschlands vergleichbar ist. Das Bruttosozialprodukt (BSP) liegt bei 388,3 Milliarden US-Dollar, das entspricht einem BSP von 20050 Dollar pro Kopf (BRD: 25350 Dollar pro Kopf). Das Bruttoinlandsprodukt verzeichnete in den letzten fünf Jahren Steigerungsraten von jeweils um vier Prozent, während es in Deutschland durchschnittlich bei einem Prozent lag. Die größten Umsätze werden im Dienstleistungssektor erwirtschaftet, der 73 Prozent des Kuchens ausmacht (BRD: 64 Prozent), gefolgt von der Industrie mit einem Anteil von 22 Prozent (BRD: 33 Prozent) und der Landwirtschaft mit fünf Prozent (BRD: drei Prozent). Die Inflationsrate liegt bei derzeit 2,8 Prozent, während sie hierzulande 1,1 Prozent beträgt.
Die Erwerbslosenquote (Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger) steht in Down Under bei lediglich sechs Prozent, während sie in Deutschland die zehn Prozent knapp überschritten hat. Australien hat Importe in Höhe von 82,91 Milliarden Dollar zu verzeichnen, wovon 6,1 Prozent auf deutsche Produkte entfallen (hauptsächlich Stahl, Maschinen und High Tec), die BRD im Vergleich importiert Waren in Höhe von 585 Milliarden Dollar. Hauptimportstaaten Australiens sind die USA mit 16 Prozent aller Einfuhren, gefolgt von Japan mit 12,5 Prozent. Bei Deutschland sind es Frankreich (9,2 Prozent) und die Niederlande (8,4).
Der Export Australiens liegt bei insgesamt 68,7 Milliarden Dollar, Deutschland als Export-Weltmeister verzeichnet 696,9 Milliarden Dollar. Hauptexportstaaten Australiens sind Japan mit 18,1 Prozent der Güter und die USA (8,7), bei der BRD sind es Frankreich (10,6) und die USA (9,3). Die verfügbaren Reserven in Gold und Devisen liegen in Australien bei 33,2 Milliarden Dollar, in der BRD bei 96,4 Milliarden Dollar. Während Deutschland hauptsächlich Einnahmen mit verarbeiteten Endprodukten erzielt (Autos, Chemikalien, Maschinen), fällt in Australien ein großer Teil auf die reichlich vorhandenen Rohstoffe ab. Vor allem Gold, Kohle, Wolle, Fleisch, Aluminium oder Weizen sind Exportschlager. Das Land verfügt zudem über 95 Prozent der Opalvorkommen weltweit sowie große Vorkommen weiterer Mineralien wie beispielsweise Eisenerz.

Gesundheit

In Australien herrschen ähnliche sozialstaatliche Leistungen wie in Deutschland mit einem vergleichbaren Kranken- und Sozialversicherungssystem, das allerdings weniger weitreichend ist als hierzulande und höhere Eigeninitiative erforderlich macht. Allein zwischen Mai und August 2000 wechselten zwei Millionen Australier zu einer privaten Krankenversicherung, weitere Millionen in den Folgejahren bis heute.
Eine Entwicklung, die Down Under durchaus positiv gesehen und gar gefördert wird: Im Zuge der Privatisierung des öffentlichen Sektors wird ein Wechsel zu privaten Anbietern mit steuerlichen Begünstigungen honoriert. Die öffentlichen Ausgaben für Gesundheit belaufen sich auf sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), während sie in Deutschland bei 7,9 Prozent liegen. Der Anteil öffentlicher Ausgaben für Altersversorgung gemessen am BIP beträgt in Australien 5,9, bei uns 12,1Prozent. 
Die Säuglingssterblichkeit liegt im fünften Kontinent bei fünf von 1000, die Müttersterblichkeit bei sechs von 100.000, in Deutschland bei vier von 100 und zwölf von 100.000, also jeweils um einiges höher. Besser gestellt sind die Australier auch in punkto Lebenserwartung, die bei 76 Jahren (Männer) und 82 Jahren (Frauen) liegt, während hier durchschnittlich Männer 74 und Frauen 81 Jahre alt werden.
Relativ gleich ist hingegen die HIV-Infektionsrate, die dort bei 0,15 Prozent und hier bei 0,1 Prozent liegt, ebenso wie der Zugang zu sauberem Trinkwasser, der in beiden Staaten ausnahmslos allen Bürgern offen steht.
1000 Einwohnern stehen in Australien 2,5 Ärzte und 8,5 Krankenhausbetten gegenüber, Deutsche haben statistisch mehr Ärzte (3,6), dafür mit 6,8 weniger Betten in Hospitalen zur Verfügung.
Im dünn besiedelten australischen Outback gibt es, was Ärzte betrifft, eine australische Besonderheit: Während bis Mai 1928 eine schwere Krankheit im weitflächigen Hinterland noch den sicheren Tod bedeutete, gab es fortan für Kranke Hoffung in Form des „Royal Flying Doctor Service“ (RFDS). Ins Leben gerufen hatte diesen ein Priester namens John Flynn, unterstützt durch die Erfindung eines Pedalfunkgeräts durch den deutschstämmigen Alf Träger. Bewohner des Outbacks wurden fortan mit jenen Funkgeräten ausgestattet, deren Strom durch Treten eines Pedals erzeugt wird. Mittels diesem konnten sie im Notfall Hilfe holen, die dann in Form von Ärzten per Flugzeug eintraf.
Heutzutage hat fast jeder Outback - Bewohner Telefon,  der RFDS hat 376 Angestellte und betreut etwa 170.000 Patienten. Es stehen 38 Flugzeuge zur Verfügung, die von 17 Flughäfen über Australien verteilt die Kranken anfliegen. Die Piloten legen zu diesem Zweck im Schnitt 1,2 Millionen Kilometer pro Jahr zurück. Der RFDS verursacht jährliche Kosten von 50 Millionen Dollar, von denen 80 Prozent der Staat trägt und 20 Prozent über Sponsoren erwirtschaftet werden.
Typische Einsatzfälle für den RFDS sind neben Geburten und herkömmlichen Krankheiten vor allem Bergwerksunglücke, Motorradunfälle oder in Bedrängnis geratene Touristen; nicht zu vergessen Vorfälle in Verbindung mit gefährlichen Tieren, denn im riesigen Gebiet des Outbacks tummeln sich reichlich Schlangen, giftige Spinnen oder Krokodile, um nur einige zu nennen.

Bildungswesen

In Australien besteht ebenso wie in Deutschland Schulpflicht, allerdings drei Jahre weniger, also für Kinder zwischen sechs und fünfzehn Jahren. Ähnlich wie hierzulande liegt das Erziehungswesen in der Verantwortung der Regierungen der Bundesstaaten und wird aus den jeweiligen Haushalten finanziert. Der Down under normale Ausbildungsgang beginnt mit dem Kindergarten oder einer einjährigen Vorschule, gefolgt vom Besuch der Grundschule. In der siebten beziehungsweise achten Klasse erfolgt der der Wechsel zur Sekundarstufe. Insgesamt umfasst die schulische Ausbildung zwölf Jahre. Die jungen Australier können zwar bereits nach dem zehnten Schuljahr abgehen, aber nur der Abschluss nach dem zwölften Jahr berechtigt zum Besuch von Universität oder College – kommt also unserem Abitur gleich.
Der Anteil der privaten Schulen ist in Australien recht hoch. Obwohl diese verhältnismäßig teuer sind, werden sie von etwa 30 Prozent aller Schüler besucht. Träger sind meist Religionsgemeinschaften. Zudem gibt es von Volksgruppen betriebene Privatschulen, die sich den Fortbestand der jeweiligen Sprache und Kultur zur Aufgabe gemacht haben.
Die berufliche Aus- und Weiterbildung erfolgt an technischen und weiterbildenden Lehranstalten, den so genannten TAFE-Colleges (Technical And Further Education). Neben der praktischen Ausbildung wird hier ein berufsbegleitender Unterricht wie an deutschen Berufschulen angeboten. Ein Studium kann wie in Deutschland entweder an einer der über 200 autonomen Universitäten oder an einer Fachhochschule absolviert werden. Die Fachhochschulen sind deutlich praxisorientierter als die Universitäten. Das Universitätsstudium dauert drei bis vier Jahre bis zum „bachelor degree“ und fünf bis sechs Jahre bis zum „master degree“. Wer einen Doktortitel anstrebt, braucht dafür sechs bis sieben Jahre. Im Bezug auf internationale Forschungsprojekte sind die Länder der Europäischen Union die Hauptpartner der australischen Universitäten.
Aber wie ist es mit der Schulversorgung draußen im Outback, in den dünn besiedelten Gebieten? Ähnlich wie im Gesundheitswesen den „Royal Flying Doctor Service“ gibt es auch im Bildungswesen eine vergleichbare Besonderheit: Die „School of the Air“. 1951 rief die Schulrätin Adelaide Miethke den Fernunterricht per Schulfunk ins Leben. Kinder auf abgelegenen Farmen, in Fischerei-, Bergbau- oder Straßenbaulagern sowie in Aboriginal-Siedlungen und auf Reisen bekommen hier Unterricht. Kinder, deren Eltern beim Militär oder in Regierungsstellen im Ausland arbeiten, sind ebenfalls an die „School of the Air“ angeschlossen - wenn die Eltern möchten, dass ihre Kinder nach dem australischen Schulsystem ausgebildet werden.
Die „School of the Air“ umfasst die Vorschule und die Primary School bis zur siebten Klasse, das heißt bis zu einem Alter von zwölf Jahren. Zweimal in der Woche erhalten Gruppen von Kindern gleichen Bildungsstandes Unterricht per Radio. Ansonsten schickt die Schule schriftliche Arbeiten per Post und korrigiert sie auch auf diesem Weg. Die Kinder werden meist von ihren Eltern betreut; in manchen, eher seltenen Fällen stellen die Eltern einen arbeitslosen Pädagogen ein.
Zusätzlich werden Camps organisiert, damit sich die Kinder einer Unterrichtsgruppe kennen lernen. Der Lehrer kommt jährlich für zwei bis drei Tage zu Besuch. Lernmaterial wird von der Schule bezahlt,  Computer für ältere Schüler können ausgeliehen werden. Für Eltern werden ebenfalls Kurse angeboten, damit sie ihre Kinder bestmöglich unterstützen können. Meetings, bei denen Probleme aller Art diskutiert werden, stehen den Eltern zusätzlich offen.
Der Abschluss der „School of the Air“ entspricht im Anspruch dem der öffentlichen Schulen. Ab der achten Klasse kann die Ausbildung durchaus auch weiterhin mit Hilfe von per Post zugeschickten Materialien erfolgen, aber die meisten Schüler wechseln in diesem Alter auf eine Internatsschule, um dort die High School Reife zu erlangen.

Fussball

Ein ganzes Jahr dauert es noch, bis König Fußball die Republik auf den Kopf stellt. Damit die Zeit bis zum Anstoß der WM 2006 nicht zu lang wird, steht dieses Jahr der Confederations Cup auf dem Programm. Beim „Festival der Meister“ messen sich die Sieger der sechs Kontinentalverbände, der amtierende Weltmeister sowie der Gastgeber. Im ersten Vorrundenspiel im Frankfurter Waldstadion treffen am 15. Juni die Nationalmannschaften Deutschlands und Australiens aufeinander. Also das uns vertrauteste Team auf den wohl unbekanntesten Gegner – denn im internationalen Fußball spielte Australien bislang keine allzu große Rolle. Erst einmal – 1974 - gelang den Nationalkickern von Down Under die Qualifikation für die Weltmeisterschaft. Deutschland und Australien trafen in der Vorrunde am 18. Juni 1974 in Hamburg aufeinander und die Partie ging mit 3:0 an die Gastgeber. Für die Aussis war die WM nach der Vorrunde als Gruppenletzter beendet, Deutschland wurde am 7. Juli in München, nach dem 2:1 gegen die Niederlande, Weltmeister.
Australien und Ozeanien gelten im Gegensatz zu den anderen Kontinenten als weniger fußballbegeistert. Rugby nimmt dort den Stellwert ein, den in Deutschland der Fußball hat. Nach dem runden Leder wird im Land der Kängurus dennoch getreten, und zwar unter dem Dachverband „Oceania Football Confederation“ (OFC). Er wurde 1966 gegründet und ihm gehören zwölf Verbände an. So auch Soccer Australia Limited, gegründet 1961, seit 1963 Mitglied der FIFA und in deren Rangliste mit 528 Punkten auf Platz 63.
Auch die australischen und ozeanischen Vereine sind im internationalen Fußball relativ unbekannt. Zu den bekanntesten Mannschaften gehören: Konica FC, PanSa FC (beide Amerikanisch-Samoa), Wollongong Wolves, St. George Budapest, Sydney United, Heidelberg United, Adelaide City, South Melbourne, Sydney City Hakoah (alle Australien), North Shore United, Auckland Kingz, Mount Wellington (alle Neuseeland), FC Tupapa (Cook-Inseln), Foodtown Warriors Labasa, Nadi (beide Fidschi), FC Unitech (Papua Neuguinea), FC Laugu United, Malatia Eagles (beide Salomonen), AS Vénus Papeete (Tahiti), Lotoha 'Apai (Tonga), FC Tafea (Vanuatu), Kiwi Club, Titavi FC (beide Westsamoa).
Ebenso wir hierzulande gibt es in Australien eine Champions-League und einen Pokal der Pokalsieger. Beim Champions Cup spielen die Meister der einzelnen Länder gegeneinander und beim Cup Winners Cup die einzelnen Pokalsieger. Meist gewinnt eine Mannschaft aus Australien oder Neuseeland.
Australien ist der einzige Kontinent, bei dem der Sieger der Qualifikation zur Fußball-WM nicht automatisch in die Endrunde kann. Er muss in der Relegation gegen ein Team aus einem anderen Kontinent antreten. So kam bisher nur zweimal eine ozeanische Mannschaft zur WM: 1974 Australien und 1982 Neuseeland, die ebenfalls nach der Vorrunde als Gruppenvierter ausschieden. Die FIFA lehnte es vor einigen Jahren ab, dass eine australische Mannschaft automatisch qualifiziert wird. Selbst wenn eine WM in einem australischen Land stattfände, gäbe es keine Qualifikation für die anderen Mannschaften dieses Kontinentes, da nur einer zur Endrunde darf und dies wäre dann der Veranstalter.
Also kicken sie ihre eigenen Turniere: Seit 1973 gibt es einen Oceania Cup, bei der Nationalmannschaften gegeneinander spielen. Seit 1996 wird sie alle zwei Jahre ausgetragen. Bisher gewannen die neuseeländische und die australische Fußballnationalmannschaft je dreimal den Cup und blieben bislang die einzigen Gewinner. Auch ein Fußballer des Jahres wird in Ozeanien gekürt. Zweimal, 1995 und 1998, gewann der Neukaledonier Christian Karembeu, der für die französische Fußballnationalmannschaft spielt. 1999, 2001 und 2003 ging der Titel an den Australier Harry Kewell (FC Liverpool), 1991 und 1993 an Robert Slater, 1988 an Frank Farina sowie 1989, 1990 und 1992 an den Neuseeländer Wynton „Kiwi“ Rufer (1989 - 1995 Werder Bremen).
In der Qualifikation für die WM 2006 führt Australien derzeit die Ozeanien-Gruppe an und muss sich im September in zwei Spielen noch mit den Solomon Inseln messen. Der Sieger dieser Partie spielt die Relegation (Hin- und Rückspiel) gegen den Fünften der Südamerikagruppe. Ganz aussichtslos ist es für Australien also nicht, 2006 in Deutschland dabei zu sein.

Ein „Deutscher“ hütet das Tor Australiens

Australien fieberte dem 15. Juni entgegen, wenn die Fußball-Nationalmannschaft von Down Under im FIFA Confederations Cup auf das deutsche Team trifft. Einer davon richtiggehend euphorisch: Mark Schwarzer, der Torhüter der Australier. Er freute sich auf die Gelegenheit, seine Familie zu treffen.
Der deutschstämmige Nationalkeeper wurde am 6. Oktober 1972 in Sydney geboren und spielt derzeit beim englischen Premier League-Klubs Middlesbrough. Während seinr bisherigen Laufbahn hat der 32-jährige Schwarzer bereits eine ganze Reihe von Zielen erreicht. Er gab zum Beispiel mit gerade erst 20 Jahren sein Debüt in der Nationalmannschaft, untermauerte seine Position als absolute Nummer 1, indem er acht Jahre hintereinander zwischen den Pfosten der Nationalelf stand, gewann mit seinem Klub Middlesbrough den Ligapokal und die nationale Meisterschaft und spielte außerdem auch zweieinhalb Jahre in seinem Vaterland in der Bundesliga, bei Dynamo Dresden oder beim FC Kaiserslautern, mit dem er 1996 – allerdings auf der Bank sitzenden – den DFB-Pokal gewann.
Vor Schwarzer und der australischen Nationalelf liegen zwischen Juni und dem Ende des Jahres ganz entscheidende Monate. Nach dem prestigeträchtige FIFA Confederations Cup stehen schließlich die entscheidenden Partien in der Ozeanien-Qualifikationsgruppe gegen die Salomon-Inseln und die möglichen Relegationsduelle mit dem fünftbesten Team aus der Südamerika-Gruppe, um noch den letzten Platz für die Teilnahme an der FIFA-Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006 zu ergattern. Wenn das gelänge, würde für Mark Schwarzer sein sehnlichster Kindheitstraum in Erfüllung gehen.
Aber zuvor hütete er erst einmal den australischen Kasten gegen das deutsche Team, und die Familie, die in Stuttgart lebende Schwester, der Vater und einige Onkels, waren in Frankfurt dabei. Also war es fast ein Heimspiel für den Australier mit deutscher Familie - zu bedauerlich, dass dass er ein Tor mehr rein ließ als auf der anderen Seite Oliver Kahn.

 

 

   

 

  
           

 

 

 

 

 

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