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Das “Alacarte“ auf der Darmstädter Mathildenhöhe

Die Selbstdarstellung des „Alacarte“ auf der Darmstädter Mathildenhöhe verspricht den Blick auf die berühmten Jugendstilvillen. Weit gefehlt. Nur von drei Tischen drinnen hat man das, was man einen Blick nach draußen nennen könnte. Doch auch die anderen Plätze sind reizvoll. Von ihnen aus kann man in die Ausstellungshalle des Institutes Mathildenhöhe schauen. Aber eben nicht auf die Villen. Nur wer draußen sitzt, eine Aufzugfahrt unterhalb des Innencafés, hat den herrlichen Blick. Aber vielleicht kommen die Gäste des innen liegenden „Alacarte“ ja auch wegen etwas ganz anderem. Dem aufmerksamen Service wegen, oder wegen der gut sortierten Zeitschriftensammlung. Nirgends schmökert es sich so schön und umfangreich, wie dort oben, wo die Niederungen der Darmstädter Welt so weit weg sind, dass man sie nicht mal erahnt. Das zieht die oft selbsternannten Intellektuellen der Stadt ins „Alacarte“: Bohemiens, ewig Studierende und Menschen an der Entscheidungsklippe zwischen Zweitcabrio oder erster Haarverpflanzung. 

Der Jugendstil sollte im „Alacarte“ eine Verpflichtung sein. Stattdessen erwartet Besucher ein vager Stilmix aus dem Designerladen. Die mit den aktuellen Ausstellungsthemen in der Halle darunter korrespondierenden Bilder an den Wänden und die Exponate auf dem Fenstersims im hinteren und arg schmalen Gastraum, halten Besucher wenigstens optisch bei der Stange. Der beengte Weltblick im „Alacarte“ hat aber auch etwas Gutes. Immerhin kommen viele Besucher direkt aus den wechselnden Ausstellungen auf der Mathildenhöhe in das Caférestaurant. Und können dort ihre Augen zur Ruhe kommen lassen. Die Frühstücks sind legendär: Üppig, fantasievoll, gekonnt. Wie die Kaffees auch. Sorgfältige, handwerklich saubere Mischungen und Kreationen. Die Lunchangebote hören sich gesund an, variieren dabei ständig. Höhepunkt: die Kuchen. Immer frisch, edel gemacht, bezahlbar, mit enormer Auswahl. Das alles gibt es auch draußen. Und hier schlägt die eigentliche Stunde des „Alacarte“. In Wurfweite von „Russischer Kapelle“ und dem Platanenhain auf der einen Seite und den bergab gelegenen Jugendstilvillen fallen einem die unbequemen Stühle kaum auf. Die verspielte Romantik des Hochzeitsturms wiegt hartes Holz ebenfalls auf. Die Umgebung macht’s. Hier mehr als anderswo in Darmstadt. (bux)

„Alacarte“, Mathildenhöhe, Sabaisplatz 1, Darmstadt, Telefon 06151 422109, www.alacarte-mathildenhoehe.de, dienstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr.

          
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