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Geo-Park Odenwald-Bergstraße

Ein Hohler Stein sorgt für Furore - aber auch der Rest der Eberstadter Unterwelt ist sehenswert

In der Erde schlummern wahre Wunder der Natur, wie zum Beispiel der Hohle Stein. Dabei handelt es sich um eine mehrere Kilometer lange Höhle bei Buchen-Eberstadt, die in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts beim Straßenbau wieder entdeckt wurde. Im Gegensatz zur benachbarten Eberstadter Tropfsteinhöhle ist diese Höhle nicht für Besucher zugänglich. Aber immer wieder versuchten Höhlenforscher, weiter im „Hohlen Stein“ vorzudringen. Besonders hartnäckig – und letztendlich erfolgreich - war der Geologe Dr. Andreas Hoydem, der die Höhle von 1985 bis zum Oktober 2005 in einer dritten Forschungsperiode immer und immer wieder befahren hat. Seine Forschungsergebnisse und vor allem die fotografische Dokumentation sorgten Ende 2005 nicht nur in Wissenschaftskreisen für Furore. Der Öffentlichkeit bleibt dieses Wunder der Natur - mit Ausnahme der Fotos – vorenthalten, denn der „Hohle Stein“ ist angesichts der Schwierigkeiten im Gelände und der Wassermengen, die er zeitweise führt, selbst für Höhlenforscher eine nicht ganz einfache Höhle - und für Touristen völlig ungeeignet, weil es einfach zu gefährlich ist.
Deutlich weniger Gefahren, aber ähnliche Wunder der Natur birgt die Tropfsteinhöhle Eberstadt in sich. Ihre Entdeckung ist dem Zufall zu verdanken. Am 13. Dezember 1971 öffnete sich bei Sprengungen an einer Wand in einem Muschelkalksteinbruch ein rund ein Meter hoher und zwei Meter breiter Spalt. Bereits die ersten vorsichtigen Erkundungen ließen die atemberaubende Schönheit eines Naturdenkmals erahnen.
Die Höhle ist bequem begehbar, mit etwas Hilfe kann sie auch von Gehbehinderten oder Rollstuhlfahrern mühelos besichtigt werden. Auf gut ausgebauten Wegen kommt man ohne Stufen vom Parkplatz bis zum hinteren Ende der Höhle. Sie ist 600 Meter lang, ihre Breite schwankt zwischen zwei und sieben Metern die Höhe zwischen 2,5 und acht Metern. Innerhalb der Höhle liegt die Temperatur konstant bei 11 Grad, die Luftfeuchtigkeit etwa bei 95 Prozent.
Das Alter der Eberstadter Tropfsteinhöhle wird auf eine bis zwei und zwei Millionen Jahre geschätzt. In dieser Zeit sind alle Formen von Sinterbildungen an den Wänden oder am Höhlenboden entstanden. Stalaktiten - Tropfsteine, die an der Höhlendecke hängen. Und Stalagmiten - Tropfsteine, die von der Höhlensohle aufwärts wachsen. Zu den schönsten Tropfsteinbildungen dieser märchenhaften Welt zählen die „Weiße Frau von Eberstadt“, der „Elefantenrüssel“, der „Vesuv", die „Hochzeitstorte“ oder der „Eisberg“. Ein kleiner Höhlensee, ein noch im Wachstum begriffenes Sinterbecken, gehört zu den besonderen Schönheiten dieser Schauhöhle. Im hinteren Drittel der Höhle befinden sich die Hauptattraktionen, mit einer Gruppe von Riesentropfsteinen, die mit Sicherheit einige hunderttausend Jahre alt sind.
Die Eberstadter Tropfsteinhöhle ist eine der größten Schauhöhlen in Deutschland und wird jährlich von fast 100.000 Gästen besucht. Sie ist seit dem 15. Dezember 1972 als flächenhaftes Naturdenkmal gesetzlich geschützt. Direkt bei der Höhle geben ein geologischer Lehrpfad und ein Naturlehrpfad anschauliche Informationen über Entstehungsgeschichte von Höhle und Naturwelt.

Tropfsteinhöhle Eberstadt, geöffnet samstags, sonn- und feiertags von 13 bis 16 Uhr (bis 28. Februar, danach täglich außer montags von 10 bis 16 Uhr, ab Mai jeden Tag. Die Führung dauert rund eine Stunde, der Eintritt beträgt drei Euro, ermäßigt zwei Euro. Info: Verkehrsamt Buchen, Tel. 06281 27-80

 

     

 

 

 

  
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