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Zeitreise durch 2000 Jahre Odenwälder Geschichte

Das Odenwaldmuseum im Michelstädter Kellereihof - mit Sonderausstellung „Odenwald-Impressionen von Georg Vetter“

Im Odenwald- und Spielzeugmuseum wird der Besucher auf vier Etagen in der alten Zehntscheune der Michelstädter Burg durch die Jahrhunderte im Odenwald geführt. Zu erleben ist die Geologie des Mümlingtales. Die daraus entstandene Bergwerksindustrie geht zurück bis ins frühe Mittelalter. Zu finden sind verschiedene Zeugen der ersten Besiedlung des Odenwaldes durch die Kelten. Die Christianisierung erfolgte in der Region durch Iro-schottische Mönche, das belegen noch heute die erhalten gebliebenen Quellkirchen. Weiter führt die Zeitreise zu den Überbleibseln aus der Zeit der römischen Besatzung. Neben vielen Fundstücken regionaler Ausgrabungen, einem Modell des Limes, Originale und Nachbildungen von römischen Steinbildwerken finden die Besucher hier die Rekonstruktion des römischen Gutshofes der Haselburg.
Selbstverständlich ist auch die Stadtgeschichte Michelstadt ein Thema im Museum. So führt der Weg weiter durch die Geschichte und kommt zu Einhard dem Vertrauten und späteren Biographen Karls des Großen und dem Bau der gleichnamigen Basilika im angrenzenden Stadtteil Steinbach. Es folgen Ausstellungstücke zur Grafschaft Erbach, unter anderem das Münzwesen, die Gerichtsbarkeit und das Grafenhaus, die einstigen Schenken des frühen Mittelalters.
Neben anschaulichen Dokumentationen über das Michelstädter Rathaus ist auch eine umfangreiche Präsentation von Handwerk und Zünften in Michelstadt zu bestaunen. Aber auch die frühe Landwirtschaft mit Gerätschaften ist vertreten. Besonders anschaulich präsentieren sich originalgetreu eingerichteten Wohnräume aus der Zeit des Biedermeiers und Barocks. Aber auch das bäuerliche Leben wurde nicht vergessen, dargestellt mit der „Odenwälder Stubb“ und einer Bauernküche.
Die umfangreich erhaltene Kunstabteilung gibt einen Einblick in die Werke Michelstädter Künstler und spiegelt Michelstadt in der Kunst wider. Begrüßt wird der Besucher bereits im Treppenaufgang von Michelstädter Stadtansichten Hellmut Hoffmanns, der bis zu seinem Tode 1992 als freier Künstler in Michelstadt wohnte und arbeitete. Weiterhin sind interessante Kleinplastiken seines Bruders Paul Hoffmann in dieser Abteilung ausgestellt.
Herausragende Arbeiten stammen unter anderem von dem gebürtigen Michelstädter Fritz Kredel - Grafiker und Meister des Holzschnittes, der 1938 nach New York auswanderte (ein bedeutender Teil seines Nachlasses befindet sich im Archiv der Yale University). Besonders anschaulich sind seine Illustrationen der Märchen der Gebrüder Grimm. Gezeigt werden auch Arbeiten von Künstlern wie Professor Albert Hartmann, Heinz Hindorf (seine eindrucksvollen Kirchenfenster befinden sich unter anderem im Wormser Dom) und des zeitgenössischen Künstlers Rob Roberts. Ein weiteres Thema sind die Arbeiten des Beerfeldener Multitalentes Jan Holschuh. Gezeigt werden ein Querschnitt seiner Arbeiten in alten und neuen Werkstoffen sowie ein Teil seiner Bernstein-Kleinskulpturen.
Aktuell zum diesjährigen Weihnachtsmarkt lädt eine Sonderausstellung „Georg Vetter (1891 – 1969) – Odenwald Impressionen“ ins Museum ein. Einmalig, aus dem Privatbesitz des Grafen Franz II zu Erbach-Erbach, werden nicht nur Zeichnungen gezeigt, sondern auch die berühmten Skizzenbücher Georg Vetters, die er auf seinen weit reichenden Wanderungen mit sich führte sowie persönliche Besitztümer des Kunstmalers aus Bad König.
Georg Vetter war gern gesehener Gast bei gräflichen Jagden, aber auch in jedem Gehöft, das an seinem Weg durch den Odenwald lag. Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Heimatmaler absolvierte ab 1906 eine Ausbildung zum Elfenbeinschnitzer mit Schwerpunkt Modellieren und Zeichnen. Bereits aus dieser Zeit stammen Zeichnungen, Skizzen und Entwürfe in Bleistift und Kohle, zum Teil aquarelliert. Aufgrund zahlreicher Belobigungen durch die Fachschule und seiner angegriffenen Gesundheit entschied sich Vetter für den Beruf des freien Künstlers. Seine Tätigkeit umfasste neben seinen Zeichnungen Entwürfe für Zeitungsköpfe, Illustrationen für Preislisten der Verbrauchergenossenschaft Erbach sowie Urkunden für Ehrungen und Jubiläen im Auftrag des Grafenhauses. Eine Besonderheit sind neben seinen Landschaftszeichnungen, die auch als Postkarten zu seinem Broterwerb beitrugen, die Postkarten im Jahresverlauf. Auf unnachahmliche Weise wird hier sein Humor wieder gegeben. Der Osterhase rennt mit dem Tannenbaum unterm Arm in den Wald oder der Fuchs, der aus dem tief verschneiten Wald auf das hell erleuchtetet Bauernhaus schaut. Eine Leidenschaft Georg Vetters waren seine Wanderungen durch den Odenwald bis tief in den Spessart hinein, stets mit dem Skizzenbuch unter Arm. Insgesamt 80 dieser Bücher füllte er dabei, mit Skizzen und Zeichnungen der Region und ihrer Tieren.

Spielzeugmuseum – Schauen, Staunen und Spielen

Das Spielzeugmuseum lädt ein zu einer Reise in die Spielzeugwelt unserer Eltern, Großeltern oder auch noch der eigenen Kindheit. Eine Welt als Abbild der Großen, die auch die Kultur und sozialgeschichtlichen Aspekte der Zeit um die Jahrhundertwende aufzeigt. Der Besucher findet von Kindern benutzte Spielsachen mit deren Spuren vor, weniger Kostbarkeiten und Sammlerraritäten. Eine Vielzahl von Puppenhäusern, Puppenküchen, Kauf- und Spielzeugläden vermitteln den Eindruck der Wohn- und Lebensweise der Zeit von 1890 bis 1940. Wie es mit der (Puppen-)Mode damals bestellt war, davon zeugt eine Vielzahl aus unterschiedlichen Materialien hergestellten Puppen. Zu entdecken gibt es auch Papiertheater, Blech- und Holzspielzeug sowie Plüschtiere der Firma Steiff.
Besonders schön für die kleinen Besucher: Nicht nur Schauen und Staunen ist angesagt, in einer extra eingerichteten Spielecke darf auch gespielt werden.

Die Sonderausstellung „Odenwald-Impressionen von Georg Vetter“ ist bis zum 30. Januar 06 zu sehen. Geöffnet haben  das Odenwaldmuseum sowie das Spielzeugmuseum von Januar bis März freitags, samstags, sonn- und feiertags von 11 bis 18 Uhr (danach wieder auch werktags) sowie nach Vereinbarung. Odenwald-Regional- und Spielzeugmuseum, Speicherbau der Kellerei, Michelstadt, Tel: 06061 706139 oder 74133

 

     

 

 

 

  
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